Titel: Ueber Ersatzmittel für Eiweiß zum Fixiren von Farben beim Zeugdruck; von Prof. Sacc in Wesserlingen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1856, Band 141/Miszelle 4 (S. 74)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj141/mi141mi01_4

Ueber Ersatzmittel für Eiweiß zum Fixiren von Farben beim Zeugdruck; von Prof. Sacc in Wesserlingen.

So lange die Kunst des Zeugdrucks bekannt ist, dient auch das Eiweiß zum Befestigen von Farben auf Geweben; es sollen schon im Jahr 1814 Lyoner Zeugdrucker Weiß auf Mousseline damit befestigt haben; die Zeichnungen, in Lilien bestehend, sollen sehr scharf und das doppelte Weiß des aufgedruckten Kaolin von großem Effect gewesen seyn. Seitdem ist das Eiweiß für den Zeugdruck so zu sagen in Vergessenheit gerathen. Das schöne, auf jede andere Weise unerreichbare Blau des Ultramarin forderte neuerdings zu dessen Benutzung auf; daß die Versuche damit vollständig gelangen, beweist die große Masse der jetzt vorkommenden Ultramarinartikel. Das Kilogramm Eiweiß kostet aber jetzt durchschnittlich 12 Franken, ein Preis, der dessen allgemeiner Verwendung sehr hinderlich ist. Dieser Umstand veranlaßte das Bestreben, diese kostbare Substanz zu ersetzen, und es wurden der Reihe nach Leim, Kleber, Käsestoff in Vorschlag gebracht. Mit keinem derselben erreichte man aber den Zweck, denn diejenigen welche das Reiben aushielten, konnten nicht dem Seifenwasser widerstehen, und umgekehrt. Ich selbst habe Weizenkleber, Leim, Pectin, trocknende Oele und Kautschuk in rectificirtem Terpenthinöl gelöst, geprüft. Mit letzterer Substanz erhält man ordentliche Resultate, die Farben sind zart und solid, aber schwer zu verarbeiten, und das Gewebe erhält einen solchen Grad von Entzündlichkeit, daß man von diesem Mittel durchaus abstehen muß.

Caseïn in etwas Ammoniak gelöst, liefert prächtige Farben; sie halten vortrefflich das heftigste Reiben aus, aber durchaus nicht das Seifenwasser, während kochendes Wasser nicht im mindesten darauf wirkt.

Ein leidliches Resultat hinsichtlich der Festigkeit und Nüance der Farbe erhielt ich mit nachfolgender Vorschrift:

45 Gramme Ultramarin;
50 „ grüne Seife;
50 „ Traganthgummi im Verhältniß von 75 Gram. im Liter
Wasser gelöst und diesem unter starkem Umrühren
zugefügt;
112 „ Wasser.

Nach dem Drucken wurde mit Dampf befestigt, sodann durch ein kochendes Bad, das auf 1 Liter Wasser 12 Gram. Zinkvitriol enthielt. Für Muster mit kleinen vereinzelten Stellen ist dieses Verfahren ganz gut. Zu Farben für den Grund taugt es nicht, da es den Faden nicht genug deckt, wodurch unansehnliche Ungleichheiten hervortreten. (Schweizerische polytechnische Zeitschrift, 1856, Heft 3.)

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