Titel: Auffindung des Jods in Mineralwässern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1856, Band 141/Miszelle 8 (S. 77–78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj141/mi141mi01_8
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Auffindung des Jods in Mineralwässern.

Jodsäure und Jodwasserstoff erzeugen bekanntlich Jod, wenn sie auf einander einwirken Eine Flüssigkeit, die so geringe Mengen Jodmetall enthält, daß Salpetersäure und Stärke keine Bläuung mehr erzeugen, wird auf Zusatz von Jodsäure oder einem jodsauren Alkali noch blau. Ein Gemisch von Jodkalium und Jodsäure scheidet für sich allein kein Jod aus und bläuet somit auch die Stärke nicht. Die Empfindlichkeit der Reaction auf Jodwasserstoff durch den Zusatz von Jodsäure wird dadurch erhöht, daß zu dem Jod, welches aus dem Jodwasserstoff frei wird, noch das Jod der Jodsäure hinzukommt.

Hr. Prof. v. Liebig wandte diese Methode an, um in Mineralwässern das Jod nachzuweisen. Als bei einem solchen Versuche die Mutterlauge erst mit Stärke und dann mit reiner Salzsäure versetzt ward, um nachher Jodsäure zuzusetzen, beobachtete er, daß Salzsäure allein schon eine eben so deutliche Bläuung hervorbrachte, als sie mit Chlorwasser, Untersalpetersäure oder irgend einer der bekannten Methoden erreicht wird Er macht daher darauf aufmerksam, daß Mineralwässer einen oder vielleicht mehrere Körper enthalten müssen, welche der Jodwasserstoffsäure den Wasserstoff entziehen. Mit Sicherheit hat er, durch jenes Verhalten zur Untersuchung auf ein etwaiges Vorkommen von Salpeter in Mineralwässern veranlaßt, nachgewiesen, daß manche Mineralwässer verhältnißmäßig große Mengen Salpeter enthalten. (Annalen der Chemie und Pharmacie, Bd. XCVIII S. 51.)

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