Titel: Die Holzwolle zur Tapetenfabrication.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1856, Band 141/Miszelle 10 (S. 159–160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj141/mi141mi02_10

Die Holzwolle zur Tapetenfabrication.

Die Holzwolle wird erzeugt, indem sehr dünne Hobelspäne von weichem Holz mit Seifenwasser ausgesotten und dann beliebig gefärbt werden. Im trocknen Zustande werden die Späne in einem Mörser mit einer Reibkeule von 4 bis 5 Centnern Gewicht zermalmt und endlich zu Pulver zerstoßen oder gemahlen.

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Man benutzt dieses Pulver statt der Wollfasern in der Tapetenfabrication zur Erzeugung der sogenannten Sammettapeten und erzielt dabei den Vortheil, daß die gleiche Menge Holzfasern um 50 Procente weniger wiegt als Wollfasern, und da auch erstere um 10 Procent wohlfeiler als letztere hergestellt werden können, so entfällt ein namhafter Vortheil im Erzeugungspreise der Sammettapeten. und bei deren Versendung.

Zur Fixirung der Fasern auf dem Papier wird geruchloses Gummi verwendet, das auch das Einnisten der Insecten verhütet.

Die Holzwolle wird aber nicht bloß in der Tapetenfabrication, sondern auch zum Einpaken leichter Gegenstände verwendet und dabei wegen ihrer größeren Leichtigkeit vorgezogen. Gefärbte Holzspäne nehmen sich in gewissen Fällen recht zierlich aus. Die Abfälle von gefärbten Holzfasern werden auf Schreibtischen außerdem auch als Streusand u.s.w. verwendet, und da diese Fasern die Wärme sehr gleichartig binden, so werden sie auch zu Umschlägen bei Kranken gebraucht.

Man kann statt des Holzes zu Fasern in der Tapetenfabrication auch den Holzschwamm und andere Saugschwämme verarbeiten. Dieselben lassen sich ebenfalls färben, und die Zubereitung derselben kommt noch wohlfeiler zu stehen als die Holzwolle.

Der Erfinder dieses Materials ist Guichard. Maler und Zeichner für Industriegegenstände in Paris, rue du Sentier. (Böttger's polytechnisches Notizblatt, 1856, Nr. 13.

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