Titel: Anstrich, welcher glänzt, ohne daß er besonders lackirt zu werden braucht.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1856, Band 141/Miszelle 8 (S. 159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj141/mi141mi02_8

Anstrich, welcher glänzt, ohne daß er besonders lackirt zu werden braucht.

Der nachstehend angegebene Anstrich ist sowohl für Gebäude, als in der Kunst und Industrie überhaupt anwendbar, besonders aber eignet er sich für Theaterdecorationen, welche bisher nur in Leimfarben hergestellt werden konnten.

Zu diesem Anstrich nimmt man: 1 Kilogr. Oel, wie man es gewöhnlich zum Anstrich gebraucht, 1/2 Kilogr. Alkohol, 125 Grm. Körnermastix, 125 Grm. gestoßenen ostindischen Copal, 125 Grm. gewöhnlichen Gummilack, 125 Grm. gestoßenen Sandarak, 62 1/2 Grm. venetianischen Terpenthin.

Die Harzsorten werden im Oel und Alkohol zerlassen. Die zu dem Anstrich zu verwendenden Wasserfarben werden erst mit Wasser, dann mit Bier, und endlich mit Weingeist angemacht, demnächst aber im Ofen oder bei Sonnenschein schnell getrocknet. Ist dieß geschehen, so wird die aus den oben angegebenen Ingredienzien bestehende Flüssigkeit damit gehörig vermischt. Die auf solche Art zubereitete Farbe trocknet nach dem Anstreichen sehr schnell und zwar in einer Zeit, welche drei Stunden nicht übersteigt. Ein zweimaliger Anstrich ist vollkommen hinreichend, um die damit überzogenen Gegenstände zu decken und im schönen Glänze erscheinen zu lassen. Soll der Anstrich nur matt seyn, so läßt man den venetianischen Terpenthin weg.

Wenn man der obigen Mischung keine Farbe zusetzt so hat man einen siccativen und schönen Firniß, der sich mit dem Pinsel auftragen läßt und zu allen möglichen Gegenständen zu verwenden ist. (Allgem. Bauzeitung, 1856, S. 108.)

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