Titel: Versuche mit den neuen Centrifugal-Ventilatoren von P. Rittinger.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1856, Band 141/Miszelle 1 (S. 313)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj141/mi141mi04_1

Versuche mit den neuen Centrifugal-Ventilatoren von P. Rittinger.

Wir haben bereits die Mittheilung gemacht (polytechn. Journal Bd. CXL. S. 464), daß es dem Hrn. Sectionsrathe Rittinger gelungen sey, eine richtige Theorie aller Arten von Centrifugal-Ventilatoren aufzustellen. Wir sind nunmehr in der Lage, über die beim k. k. Eisengußwerk zu Mariazell abgeführten Versuche mit den ersten nach dieser Theorie construirten Ventilatoren Folgendes mitzutheilen:

Die Versuche mit dem saugenden Grubenventilator wurden vollständig durchgeführt und abgeschlossen. Die Resultate derselben stehen ganz im Einklange mit der zu Grunde gelegten Theorie und bestätigen die Richtigkeit derselben. Insbesondere ist durch dieselben die Nothwendigkeit von gegen die Saugöffnung einwärts gekrümmten Flügeln und eines eigenen möglichst erweiterten Auslaufraumes aus eine entschiedene Weise nachgewiesen.

Unter den günstigsten Umständen ergab sich der Wirkungsgrad dieser Maschine mit 29 Procent der angewendeten Betriebskraft, eine Leistung, welche mit Centrifugalventilatoren bisher noch nicht erreicht wurde. Das Maximum des Nutzeffectes läßt sich bloß bei jener Windmenge erzielen, für welche der Ventilator berechnet wurde. Die Depression im Saugraume kann jedoch innerhalb weiter Gränzen sich ändern. Um den normalen Effect zu erhalten, ist es erforderlich, die theoretische Zahl der Umgänge um 50 Procent zu vermehren; mit Hülfe dieses Correctionscoëfficienten für jeden gegebenen Fall, d. i. für jede Luftmenge und Depression den entsprechenden Ventilator genau zu berechnen, während in dieser Beziehung bisher bloß empirisch und mit großer Unsicherheit zu Werke gegangen wurde. Der ausübende Ingenieur wird daher für die Folge in die Lage versetzt seyn, den Grubenventilator ganz den gegebenen Bedingungen gemäß zu construiren, der Grubenbesitzer dagegen wird mit weit geringeren Kosten als bisher denselben im normalen Betriebe erhalten können.

Sämmtliche Versuche haben dadurch einen besondern Werth, daß dieselben unter vollkommen gleichen Umständen abgeführt wurden, ferner daß dabei die Menge der in Bewegung versetzten Luft vermöge des angewendeten Apparates auf eine sichere Art controlirt werden konnte, endlich aber vorzüglich, weil mittelst des in Anwendung gebrachten Einschaltungs-Dynamometers die jedesmalige Betriebskraft mit einer solchen Sicherheit und Genauigkeit festgestellt werden konnte, wie dieß bei keinem der bisherigen Versuche möglich war.

Die Proben mit dem Hochdruckventilator konnten noch nicht beendigt werden, da es sich als nothwendig herausstellte, demselben eine festere Fundamentirung zu geben, welche für den normalen Betrieb unerläßlich ist. Doch ergaben schon die wenigen, mit letzterem Ventilator abgeführten Vorversuche einen nicht gewöhnlichen Erfolg, da bei 940 Umgängen per Minute bereits eine Windpressung von 17 1/2 Wien. Linien (am Quecksilber-Manometer) bei einer Windlieferung von 1400 Kubikfuß per Minute erreicht wurde. (Oesterreichische Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen, August 1856, Rr. 33.)

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