Titel: Ueber Darstellung des Collodiums, von L. Hofmann.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1856, Band 141/Miszelle 10 (S. 399–400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj141/mi141mi05_10

Ueber Darstellung des Collodiums, von L. Hofmann.

Der Verf. beschäftigte sich mit der Bereitung des Collodiums für photographische Zwecke, und empfiehlt das folgende Präparat, das man durch Zusätze auch für chirurgische Anwendung brauchbar machen kann. Am besten ist der Zusatz von Ricinusöl, um dem Collodium die Eigenschaft, sich so stark zusammenzuziehen und rissig zu werden, zu benehmen.

1 Theil lockerer gereinigter Baumwolle wird in ein Gemisch von 20 Theilen Nitr. dep. sicc. und 30 Thln. Acid. sulphuric. angl. in einem passenden Glasgefäße, welches mit einer Glastafel gut schließend bedeckt werden kann, eine Viertelstunde lang eingetaucht und während dieser Zeit einmal tüchtig umgerührt. Das Gemisch wird nach Ablauf der erwähnten Einwirkungszeit in einen Eimer, welcher reines Wasser enthält, geschüttet und tüchtig ausgewaschen, welche Operation so oft wiederholt wird, bis die letzten Spuren von Säuren und Salz entfernt sind. Man schlägt nun das erhaltene Xyloidin in ein leinenes Tuch, preßt scharf aus und zerzupft dasselbe vor dem Trocknen, so daß alle Knötchen entfernt werden. Das Trocknen geschieht auf dem Stubenofen in einem passenden Siebe.

Schacht hat schon dieselben Gewichtsverhältnisse empfohlen, aber die Anwendung von ausgetrocknetem Salze nicht vorgeschrieben, auch die Zeit der Einwirkung bloß auf 4–5 Minuten festgesetzt. Ein nach derselben dargestelltes Xyloidin löste sich nicht so leicht und vollständig in dem Aetherweingeistgemische und das Präparat verlor nach einiger Zeit die Eigenschaft, sich leicht zu lösen, immer mehr. 6 Thle. |400| des nach obiger Vorschrift erhaltenen Xyloidins werden in dem Gemische von 120 Thln. Aether und 8 Thln. höchst rectificirten Weingeistes durch Umschütteln gelöst und der Lösung 3 Thle. Ol. Ricini zugesetzt. (Archiv der Pharmacie Bd. CXXXVII S. 146.)

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