Titel: Ueber die Anwendung des Gaskalks in Lohgerbereien.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1856, Band 141/Miszelle 11 (S. 400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj141/mi141mi05_11

Ueber die Anwendung des Gaskalks in Lohgerbereien.

Der in den Gasfabriken zum Reinigen des Leuchtgases angewendete Kalk, sogenannter Gaskalk, entwickelt bedeutende Mengen Schwefelwasserstoffgas, sobald er mit Säure in Verbindung tritt. Dieß geschieht, wenn alte abgenutzte Lohbrühe, welche bekanntlich mehrere organische Säuren enthält, sich mit Gaskalk mischt. Es ist daher, wenn zum Enthaaren der Häute Gaskalk angewendet werden soll – was an und für sich ohne Beeinträchtigung der Gesundheit der Arbeiter geschehen kann, insofern nur die Gruben im Freien, d.h. nicht in abgeschlossenen Räumen angelegt sind, so daß ein genügender Luftwechsel stattfinden kann – darauf zu halten, daß jede Vermischung dieser Flüssigkeit mit saurer Lohbrühe vermieden und so der Gefährdung von Menschenleben vorgebeugt werde. Demgemäß ist bei der Einrichtung von Gerbereien dahin zu sehen, daß die Kalkgruben in gehöriger Entfernung von den Lohkasten angelegt, und daß Vorrichtungen getroffen werden, welche jene Vermischung zu verhindern geeignet sind. Bei dem Betriebe des Gewerbes darf Gaskalk nach dessen Gebrauch mit abgenutzter (saurer) Lohbrühe nicht zusammengeschüttet werden. (Preuß. Staatsanz. Nr. 184.)

Wir verweisen auf Lindner's Bemerkungen über das Enthaaren der Häute mittelst Gaskalk, im polytechn. Journal Bd. CXXXVII S. 221. Die Redact.

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