Titel: Ueber Schütter-Handsägen mit Waldsägezähnen und beweglichen Angeln mit Schraube.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1856, Band 141/Miszelle 1 (S. 460–461)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj141/mi141mi06_1

Ueber Schütter-Handsägen mit Waldsägezähnen und beweglichen Angeln mit Schraube.

Diese Handsagen dürfen mit Recht jedem Holzarbeiter für Brennholz empfohlen werden, indem sie neben bedeutender Erleichterung im Geschäft jedenfalls ein Drittel mehr leisten, als die gewöhnlichen Stoßsägen. Bereits sind diese Sägen auf der ganzen Bahnlinie von Friedrichshafen bis Bruchsal eingeführt, und die Arbeiter auf dieser Strecke haben denselben schon alle möglichen Vortheile abgewonnen, worunter namentlich der eines hochstehenden Sagebocks gehört, damit die Säge waagrecht geführt werden kann, indem sie vor- und rückwärts schneidet. Die beweglichen Angeln mit Schraube haben einen bedeutenden Vorzug vor den genieteten, indem die Säge dadurch fortwährend in der gehörigen Spannung bleibt und das Blatt durch zu große Straffheit nie einer Verletzung ausgesetzt ist.

Das Verhältniß hinsichtlich der Leistungen zwischen diesen und den Stoßsägen ist wie 3 zu 4. Während die Stoßsäge drei Klafter Holz liefert, wirft die Schüttersäge vier Klafter ab. Bei der ganz breiten Sorte der Schüttersägen ist der Unterschied noch auffallender Auch hat die Erfahrung gelehrt, daß eine bedeutend größere Zahl von Klaftern geliefert werden kann, wenn zwei Arbeiter mit dieser Säge gemeinschaftlich arbeiten, als wenn jeder der beiden Arbeiter einzeln mit einer solchen Schüttersäge arbeitet.

Diese Sägen werden sowohl mit enggestellten, als auch weiter von einander stehenden Zähnen geliefert. Erstere (mit einer Zahnweite von 2''') sollen für Buchen- und Eichen-, letztere (mit einer Zahnweite von 2,7''') für Birken-, Tannen- und Aspenholz praktischer seyn.

Im Verlag des Unterzeichneten kostet

1 Stück 2 3/4 Fuß lang 18 Zoll breit 1 fl. – kr.
1 „ 3 20 „ 1 fl 12 kr.
1 „ 3 1/4 21 „ 1 fl. 24 kr.
Mit Gestell 20 kr. per Stück mehr.
1 Stück dazu taugliche Feile 24 kr.
En gros alle Sorten billiger.

Biberach, bei Ulm.

F. Wißhak zum Hasen, Kaufmann.

Zusatz. Solche vor- und rückwärts schneidende Sägen hat Hr. Kaufmann Wißhak Hieher zur Beurtheilung eingesendet, und es wurden damit von Hrn. Fabrikpächter |461| Möhl allhier vergleichende Versuche gegen eine gewöhnliche Stoßsäge in der Art angestellt, daß mit der einen Säge, wie mit der andern, jedesmal eine gleich große Quadratfläche durchschnitten und die Zahl der dazu erforderlichen Züge oder Stöße gezählt wurde. Das Resultat war folgendes:

1) Eine Schüttersäge 30'' lang und 2''' Zahnweite erforderte beim Durchschneiden von einem

grünen buchenen Scheit 68 Züge,
die Stoßsäge 79 Stöße,
grünen forchenen Scheit 30 Züge,
die Stoßsäge 40 Stöße,
trockenen buchenen Scheit 38 Züge,
die Stoßsäge 32 Stöße.

2) Eine Schüttersäge 32 1/2'' lang und 2,7''' Zahnweite erforderte beim Durchschneiden von einem

grünen forchenen Scheit 18 Züge,
die Stoßsäge 35 Stöße,
trockenen buchenen Scheit 55 Züge,
die Stoßsäge 50 Stöße.

3) Eine Schüttersage 28'' lang und 2''' Zahnweite erforderte beim Durchschneiden von einem

grünen forchenen Scheit 25 Züge,
die Stoßsäge 33 Stöße,
trockenen buchenen Scheit 41 Züge,
die Stoßsäge 36 Stöße.

Der Kraftaufwand kann bei der Schüttersäge um 1/3 geringer angenommen werden, als bei der Stoßsäge, und es können somit die Schüttersägen nicht nur um der größeren Leistung, sondern auch um des geringeren Kraftaufwands willen für grünes Holz empfohlen werden.

Hohenheim, 10. September 1856.

(Württemb. Wochenblatt für Land- und Forstwirtschaft, 1856, Nr. 37.)

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