Titel: Ueber das Superphosphat der aufgeschlossenen Knochen; von Dr. Wilh. Wicke.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1856, Band 141/Miszelle 8 (S. 466–467)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj141/mi141mi06_8

Ueber das Superphosphat der aufgeschlossenen Knochen; von Dr. Wilh. Wicke.

Von der Voraussetzung ausgehend, daß der saure phosphorsaure Kalk der Knochen sehr bald wieder im Boden in neutralen phosphorsauren Kalk übergeführt werde, hat man den Grundsatz aufgestellt, daß das Superphosphat nur durch seine feine Vertheilung wirke. Man hat sogar den Vorschlag gemacht, den durch Schwefelsäure löslich gemachten sauren phosphorsauren Kalk wiederum durch Kalk zu präcipitiren und dieses Präparat dem Boden einzuverleiben.

Ueber das Verhalten des Superphosphates gegen die allergewöhnlichsten Bestandtheile des Bodens, welche neutralisirend auf dasselbe einwirken können, liegen meines Wissens noch keine Versuche vor. Ich meine gegen kohlensaures Ammoniak, als das gewöhnliche Zersetzungsproduct der organischen Harnbestandtheile, und gegen den kohlensauren Kalk. Beide Körper wirken allerdings zersetzend auf das Superphosphat; jedoch nicht so, daß dadurch alle Phosphorsäure in unlöslicher Verbindung ausgeschieden würde. Im ersten Falle bleibt eine für das Bedürfniß der Pflanzen hinreichende Menge phosphorsauren Ammoniaks, im zweiten Falle ein |467| saures Salz in Lösung. Ich nahm für diesen Versuch sehr reinen Mergel. Mag man das Superphosphat durch Mergel filtriren, oder längere Zeit mit demselben in der Wärme in Berührung lassen – es wird wohl ein Theil der Phosphorsäure unter Entwickelung von Kohlensäure gebunden, jedoch das Salz nicht vollständig präcipitirt. Auch in diesem Falle stellen wir also den Pflanzen unmittelbar ein in Wasser lösliches phosphorsaures Salz zur Verfügung.

Specielle Versuche, welche der Verfasser anstellte, ergaben, daß es nicht zweckmäßig ist, das Superphosphat wiederum durch (gebrannten) Kalk in den dreibasischphosphorsauren Kalk überzuführen. – Wirkt das kohlensaure Ammoniak auf das saure Product ein, so wird einmal der erwünschte fein vertheilte Zustand schon von selbst herbeigeführt, während ein anderer Theil der Phosphorsäure sofort beim Beginne der Vegetation als phosphorsaures Ammoniak von den Pflanzen aufgesogen werden kann Dasselbe ist der Fall, wenn der kohlensaure Kalk auf das Superphosphat einwirkt. (Annalen der Chemie und Pharmacie, Juli 1856, S. 97)

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