Titel: Ueber die Anwendung des Treppenrostes für Braun- und Steinkohlenfeuerung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1856, Band 142/Miszelle 1 (S. 154)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj142/mi142mi02_1

Ueber die Anwendung des Treppenrostes für Braun- und Steinkohlenfeuerung.

Die ökonomische Verwendung des Brennmaterials, hauptsächlich der Steinkohlen, ist in neuerer Zeit, besonders bei derartig gelegenen Werken, denen nur solche von geringer Güte und Gehalt zu Gebote stehen, oder welchen die Beschaffung derselben mit großen Transportkosten verbunden ist, ein Gegenstand vielseitiger Beachtung gewesen und hat zu mannichfaltigen Versuchen Veranlassung gegeben, von denen man bis dahin das Resultat erlangt hat, daß die Construction des sogenannten Treppenrostes große Vortheile darbiete und die Aussicht hat, eine größere Ausdehnung zu gewinnen.

Die Einrichtung des Treppenrostes eignet sich nicht für fette Steinkohlen, da sich in dem großen Feuerraume zu große Klumpen von Backkohks bilden, welche dann dem Luftstrom ungleiche größere Canäle darbieten. Für magere und Eschekohle ist sie vorzüglich und gewährt eine sehr bedeutende Ersparniß. Dieses wird dadurch herbeigeführt, daß beim Treppenrost Luft und Brennmaterial fortdauernd gleichmäßig im passenden Verhältniß in den Verbrennungsraum gelangen, und daß in letzterem nie eine Temperaturschwankung vorkommt. Der bei flachen Rosten bei Anwendung von Steinkohlen so bedeutende Cindersfall wird fast ganz vermieden und eine vollständige Verbrennung der Kohksstückchen erzielt.

Auf Salinen in der Provinz Sachsen, wo als Brennmaterial Braunkohlen benutzt werden, hat man bei dem Salzpfannen-Betrieb diese Feuerungsart mit sehr gutem Erfolg eingeführt und dabei mehr denn 20 Proc. an Brennmaterial und an Zeit erspart.

In der „Alvenslebenhütte“ in Schlesien sind gegenwärtig sämmtliche Puddelöfen zur Treppenrostfeuerung eingerichtet. Die Resultate stellten sich bald als sehr günstig heraus, da der Kohlenverbrauch von 0,5 Proc. auf 0,4 Proc. fiel, bei einzelnen Probefrischen sogar nur 0,3 Proc. per Ctr. Rohschienen verbraucht wurden. Früher wurden daselbst bei den Horizontalrosten bloß Stückkohlen benutzt, während jetzt wenigstens 20 Proc. Kleinkohlen zur Verwerthung kommen. Dabei verarbeitet ein Ofen in der 12stündigen Schicht 28 Ctr. Roheisen (worunter 1/3 Feineisen) in 7 Chargen à 4 Ctr. Einsatz bei einem Abgang von durchschnittlich 10 Proc.

Die Arbeiter gewöhnen sich bei dieser Rost-Construction sehr leicht an die Behandlung des Feuers und ziehen, sobald sie eingeübt sind, sogar die Arbeit derjenigen bei flachem Roste vor. (Aus dem Berggeist, 1856, Nr. 11.)

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