Titel: Ueber den Einfluß des Düngers auf den Wohlgeruch der Weine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1856, Band 142/Miszelle 12 (S. 160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj142/mi142mi02_12

Ueber den Einfluß des Düngers auf den Wohlgeruch der Weine.

Nach Prof. Mulder soll stinkender Dünger, als fecale Stoffe und der Schlamm großer Städte, auf den Wohlgeruch der Weine einen sehr nachtheiligen Einfluß ausüben, während geruchlose und langsam in Verwesung übergehende Düngstoffe, z.B. Wolle, Horn und Beinschwarz, den Wohlgeruch befördern. Die stinkenden organischen Stoffe des Düngers gehen nach ihm in so reichlicher Menge in die Pflanze über, daß sie in der Frucht noch bemerkbar sind, wie z.B. in dem Blumenkohl des Westlandes (Holland) der Gestank des verwesenden Fisches, womit der Blumenkohl gedüngt wird, gut zu unterscheiden ist.

Diese Thatsachen laut zu verkündigen, sey in einer Zeit, wo von den Pflanzen gesagt zu werden pflegt, daß sie keine Spur von organischen Bestandtheilen aus dem Boden in sich aufnehmen, zwar nicht gefahrlos, dennoch aber scheue er sich nicht, diese Thatsachen (in seiner: Chemie des Weins) anzuführen. Nach ihm gibt kein Weinbauer, der guten Wein bereitet, seinen Weinstöcken stinkenden Dünger, obwohl es in der Wissenschaft Mode geworden von einander abzuschreiben, daß die Pflanzen nur Kohlensäure, Wasser und Ammoniak aufnehmen, um daraus alle organischen Stoffe zu bereiten.

Der ausgezeichnetste Dünger für den Weinstock sind seine eigenen Blätter, die eine beträchtliche Menge von Alkalien enthalten. Auf diese Weise ist es allein erklärlich, daß der Weinstock so weniger unorganischer Düngungsmittel bedarf und sich oft mit Stoffen begnügt, welche er häufig von verwitterten Felsen empfängt, auf deren Abhange er gepflanzt ist. (Böttger's polytechn. Notizblatt, 1856, Nr. 18)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: