Titel: Wirkung der Treppenröste bei der k. k. Saline Hall im Militärjahre 1855; von Anton Vogl, k. k. Pfannhaus-Adjuncten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1856, Band 142/Miszelle 2 (S. 154–155)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj142/mi142mi02_2

Wirkung der Treppenröste bei der k. k. Saline Hall im Militärjahre 1855; von Anton Vogl, k. k. Pfannhaus-Adjuncten.

Von den vier Pfannen des Graf Wilczek-Sudhauses wurden durch das ganze Militärjahr 1855 zwei Pfannen mit combinirter Treppen- und Stangen-Rostfeuerung in Betrieb erhalten.

Nach den vorliegenden Jahresabschlüssen erzeugten erstere bei einem Brennmaterialaufwand von 542 1/8 Kubik-Klaftern Fichtenholz und 24,130 Ctr. Braunkohlen, 73,884 Centner 14 Pfd. Salz (gemäß Cynosur von 5820 Pfd. Salz mit einer Kubik-Klafter Fichtenholz): per Centner Kohlen eine Erzeugung von 175,4 Pfd. Salz.

Die andern zwei Pfannen mit der alten Rostfeuerung, im übrigen aber gleichen Construction, Bauart und Größe, weisen bei 525 Kubik-Klafter Holz und 22734 |155| Ctr. Kohlenauwand eine Jahreserzeugung von 65831 Ctr. 68 Pfd. Salz, somit nach obiger Cynosur per Centner Kohle nur 155,1 Pfd. Salzerzeugung.

Es berechnet sich demnach zu Gunsten der im Militärjahre 1854 eingeführten Treppenrostfeuerung gegenüber den andern zwei Pfannen mit ein und demselben Brennmaterial eine Mehrerzeugung von 20,3 Pfd. per Centner Braunkohle, und im ganzen Jahr nach obigen Daten 24,130 × 20,3 = 4898 Ctr. höheren Sudausschlag. Dieses Quantum bei dem im Militärjahre 1855 noch mindern Salzpreis den Centner zu 3 fl. 30 kr. C. M. verwerthet, gibt einen Gewinn von 17,143 fl. C. M. Die hiesige Saline kann demnach in Zukunft durch den bereits erfolgten Einbau der Treppenröste bei sämmtlichen vier Wilczek-Pfannen trotz dem immer schlechteren Brennmaterial in runder Zahl auf eine Ertragserhöhung von jährlichen 30,000 fl. C. M., d. i. den 5procentigen Zinsen eines constant fruchtbringenden Capitals von 600,000 fl. C. M. rechnen; abstrahirt von dem enormen Vortheil, welcher dem Bergbau Häring durch die constatirte Abbauwürdigkeit der mürben Kohlenmittel erwächst.

Die im Militärjahre 1855 verbrannte Braunkohle hat nach dem Durchschnitt von 43 Versuchen in 100 Ctr. nur 40 Proc. gröbere Kohle und 60 Proc. Raiterwerk, gewonnen durch ein Gitter von 11 Linien Maschengröße. Wurden die 60 Proc. Raiterwerk noch durch ein Gitter von drei Linien Maschengröße geworfen, so ergab sich gerade die Hälfte davon als sogenannter Wegwurf (weil dieses Kohlenklein früher als unbrauchbar auf die Seite gestürzt und noch Ende des Militärjahres 1853 gegen einen Spottpreis verkauft werden mußte), obgleich eben dieser Wegwurf seinen chemischen Eigenschaften nach aus der besten und reinsten Qualität Kohle besteht; denn nach den vorliegenden Bestimmungen des k. k. Hauptprobiramtes vom Militärjahre 1855 hat

Wegwurf 18,65 Proc. Asche.
Raiterwerk 20,03 „
Grobkohle 23,56 „

Dem Vorausgehenden zufolge dürfte es manchem Salinisten (siehe preuß. Zeitschrift für Berg-, Hütten- und Salinenwesen, Bd. IV, Lieferung 1, Abschnitt Litteratur) willkommen seyn, eine möglichst specielle Darstellung der hier in Anwendung stehenden Treppenröste am Schlusse dieser kleinen Mittheilung zu finden.

Eine Treppenrostpfanne von 1000 Quadratfuß Fläche hat zwei Feuer, jedes für sich durch eine Scheidemauer der ganzen Pfannenlänge nach getrennt und seinen eigenen Schlot besitzend. Ein Feuer besteht vorerst aus einem gewöhnlichen Stangenrost von 3' 6'' Länge und 3' 6'' Breite = 12,25 Quadratfuß und einem dem Stangenrost unter rechtem Winkel an der Brust des Ofens sich anschließenden Treppenroste mit acht Stück Treppen. Diese haben im Lichten 3' 9'' Länge, sind bei 5'' ganzer Breite 2'' 4''' überragend, also 2'' 8''' Brennraum bietend, und geben im Ganzen 6,64 Quadratfuß Brennfläche. Zwischen je zwei einen Zoll dicken Treppen sind 1 1/2'' Spatium zur Lufteinströmung. Die untersten zwei Treppen sind in der Mitte durchschnitten, nach vorn herauszudrehen, um, ohne Brennraum am Treppenrost zu verlieren, die nöthige Oeffnung zum Räumen und Schüren des Stangenrostes zu gewinnen.

Beide Feuer zusammen haben somit

12,25 × 2 = 24,50 Quadratfuß Stangenrostfläche,
und 6,64 × 2 = 13,28 „ Treppenrostfläche,
–––––––––––––––––––––––––––––
in Summa 37,78 Quadratfuß Rostfläche
auf 1000 Quadratfuß Pfannenfläche.

Die Stangenröste sind 3 1/2 Fuß unter dem Pfannenboden.

Gewöhnliche Schürung sind 38 bis 44 Ctr. Kohlen und 1 1/2 bis 2 Klafter Fichtenholz in 24 Stunden. – Jeder Schürer ist angehalten, seine tägliche Portion Kohlen selbst zu werfen, um das Kohlenklein für die Treppen, Holz und Grobkohle für den Stangenrost separat zu haben. Bei der größeren Schürung von täglich 44 Ctr. Kohlen und 2 Wiener Klaftern Holz entfallen somit laut Vorausgehendem 26 Ctr. Kohlenklein für die 2 Treppen und das Holz mit 18 Ctr. Grobkohle für die 2 Stangenröste. Bei den anderen 2 Pfannen des Graf Wilczek-Sudhauses verbrennt dasselbe Brennmaterialquantum auf 4 Stangenrösten mit zusammen 44 Quadratfuß Rostfläche. (Oesterreichische Zeitschrift für Berg. und Hüttenwesen, 1856, Nr. 42.)

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