Titel: Prüfung von Wollgeweben auf beigemischte Baumwolle; von Dr. A. Overbeck.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1856, Band 142/Miszelle 8 (S. 158–159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj142/mi142mi02_8

Prüfung von Wollgeweben auf beigemischte Baumwolle; von Dr. A. Overbeck.

Nachdem ich bei den Versuchen, den Lobos-Purpur auf der thierischen und vegetabilischen Faser zu fixiren, die Erfahrung gemacht hatte, daß sich derselbe auf Baumwolle nicht fixiren ließ, konnte ich daran denken, dieß Verhalten zur Prüfung von Wollgeweben auf beigemischte Baumwolle zu benutzen.

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In der That bietet das beiderseitige Verhalten von Wolle und Baumwolle gegen Alloxantin und Ammoniak ein so scharfes Kriterium, daß man diese Prüfungsmethode selbst in gerichtlichen Fällen mit der größten Sicherheit anwenden kann.

Ich verfahre dabei folgendermaßen: das verdächtige (ungefärbte) Gewebe wird in eine Lösung von 1 Theil Alloxantin in 10 Theilen Wasser getaucht, ausgepreßt und bei gelinder Wärme getrocknet; sobald es trocken ist, derselbe Proceß noch zweimal wiederholt, alsdann trockenen Ammoniakdämpfen ausgesetzt und hierauf mit destillirtem Wasser ausgewaschen, so lange es sich noch färbt, ausgedrückt und getrocknet.

Die Wollfäden sind dann dauerhaft dunkel carmoisin gefärbt, die Baumwollfäden dagegen farblos.

Daß diese Prüfungsmethode als die sicherste und vor den bisher bekannten Prüfungsweisen mit Pikrinsäure, Jod, Bleikalk, Zinnchlorid und Aetzkali den Vorzug verdient, werden vergleichende Versuche zeigen. (Archiv der Pharmacie Bd. CXXXVII S. 282.)

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