Titel: Schachtverdämmung mittelst hydraulischen Kalkes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1856, Band 142/Miszelle 4 (S. 235)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj142/mi142mi03_4

Schachtverdämmung mittelst hydraulischen Kalkes.

Aus amtlichen Berichten theilen wir nachstehendes Verfahren zur Schachtverdämmung mittelst hydraulischen Kalkes mit, welches beim Abteufen des Lichtschachtes vom Fürst Lobkowitz-Erbstollen bei Häring in Anwendung kam und sich als zweckentsprechend bewiesen hat. Der Schacht wurde auf gewöhnliche Art mit Getriebpfählen abgeteuft und die Schachtkränze in Abständen von 1 bis 1 1/2 Fuß gelegt. Zwischen je zwei Schachtkränze stellte man nun längs den Schachtstößen gefalzte Breterwände vertical auf, welche sich oben und unten an die Kränze anschlossen und durch vorgenagelte Leisten daran befestigt wurden. Den auf solche Art entstandenen hohlen Raum zwischen der Breterwand und der Pfändung (den Getriebpfählen) füllte man mit hydraulischem Kalk aus. Die Breterwände wurden noch durch Gurtenzimmer gegen den äußeren Druck geschützt; das Eingießen des Kalkes erfolgte durch eigene, in den Pfändelatten ausgeschnittene Löcher. In gleicher Weise wurde die Abdämmung bis 6 Fuß hoch über die wasserführenden Schichten fortgesetzt. Die Absperrung des Wassers gelang hiedurch vollkommen, es zeigten sich bloß hie und da einzelne Tropfen, und auch diese verschwanden mehr und mehr in Folge Versinterung des Kalkes. Die Kosten stellten sich geringer, als für die anfänglich beantragte ganze Schrottzimmerung; und der Auswechslung der etwa schadhaft gewordenen Schlösser und Gurten stehen voraussichtlich keine Schwierigkeiten im Wege; die beschriebene Methode ist daher für ähnliche Fälle empfehlenswerth. (Oesterreichische Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen, 1856, Nr. 39.)

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