Titel: Verfahren, Papier in Verbindung mit Geweben so herzurichten, daß es dem Wasser widersteht und, trocken zum Abdruck von Kupferstichen etc. benutzt, vollkommen gute Abdrücke liefert, deren Dimensionen mit jenen des Stichs genau übereinstimmen; von C. A. Wagner in Hannover.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1856, Band 142/Miszelle 8 (S. 238–239)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj142/mi142mi03_8

Verfahren, Papier in Verbindung mit Geweben so herzurichten, daß es dem Wasser widersteht und, trocken zum Abdruck von Kupferstichen etc. benutzt, vollkommen gute Abdrücke liefert, deren Dimensionen mit jenen des Stichs genau übereinstimmen; von C. A. Wagner in Hannover.

Es ist mir gelungen, Papier mit Geweben so fest und innig zu verbinden, daß selbst ein längeres Liegen in reinem kaltem Wasser eine Trennung nicht hervorbringt. Dieses Papier liefert Abdrücke von Stahl-, Kupfer-, Zink- und Steinplatten mit ganz genau so großen Zeichnungen wie die sind, welche sich auf den Platten selbst befinden, weßhalb genaue Messungen derselben möglich sind, so wie völlig passende Zusammenfügungen der Abdrücke, verschiedener Platten zu einem Ganzen. Dabei bietet mein Papier den Vortheil, daß es beim Zeichnen und Malen nicht aufgespannt zu werden braucht und beim Aufbewahren wie im Gebrauch seine Dimensionen nicht verändert, auch durch die Einwirkung der Witterung nicht zerstört wird.

Ich wende geleimtes oder ungeleimtes, Hand- oder Maschinenpapier an. Als Gewebe, welches ich mit dem Papiere in innige Verbindung bringe, gebrauche ich leinene, baumwollene oder aus Leinen und Baumwolle gemischte Stoffe.

Das Papier tränke ich in Auflösung von gebleichtem Schellack, Mastix, Sandarak und Elemi, je nach Beschaffenheit des Papiers und dessen Bestimmung, und zwar im Verhältnisse von 1 Gewichttheil trockener Substanz auf 6 bis 8 Gewichttheile Weingeist und Terpenthinöl und 1/4 Gewichttheil Lavendelöl. Das Gewebe tränke ich in Auflösung von 1 Gewichttheil Schellack und 2 bis 4 Gewichttheilen Wasser mit 1/2 Gewichttheil Ammoniak (Salmiakgeist).

Nachdem Papier und Gewebe getränkt und wieder getrocknet sind, bestreiche ich die eine Seite des Papiers mit eben erwähnter ammoniakalischer Schellackauflösung, und lege diese angestrichene Seite auf das Gewebe; hiernach löthe ich mittelst heißen Druckes beide Theile innig zusammen, gebe der Zeugseite einen Anstrich mit fettem Lackfirniß und beliebiger Farbe, und endlich nach völligem Trocknen dem Papiere durch Druck die erforderliche Glätte der Oberfläche.

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Zu näherer Erläuterung des Vorstehenden füge ich einige Bemerkungen bei.

Durch die große Verschiedenheit des Papiers, welches ganz ohne Leim, mit etwas oder viel Leim, dünn oder dick seyn kann, wird es erforderlich, zu jeder Art die passenden Mischungen von gebleichtem Schellack, Mastix, Sandarak und Elemi durch Vorversuche zu ermitteln. Zur Tränkung eines mittelstarken ungeleimten Maschinenpapiers genügt beispielweise eine Auflösung von 6 Gewichttheilen Elemi, 40 Gewichttheilen Weingeist, 2 Gewichttheilen Terpenthinöl und 1 Gewichttheil Lavendelöl. – Der stärkste Salmiakgeist ist zur Auflösung des Schellacks erforderlich, wenn man das oben genannte Verhältniß des Wasserzusatzes beobachtet. – Das Zusammenlöthen des getränkten Papiers mit dem zubereiteten Gewebe wird am zweckmäßigsten mittelst heißer Walzen ausgeführt; das Glätten des Papiers mittelst kalten Walzendrucks. (Patentirt für das Königreich Hannover am 22. Juni 1855. – Aus den Mittheilungen des hannover. Gewerbevereins, 1856, S. 136.)

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