Titel: Verfälschung des Majoran.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1856, Band 142/Miszelle 9 (S. 239)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj142/mi142mi03_9

Verfälschung des Majoran.

In der Sitzung der Brünner Handels- und Gewerbekammer am 22. Sept. d. J. erstattete das Handelscomité in Folge einer von der k. k. Statthalterei ergangenen Aufforderung Bericht über die im Handel vorkommende Verfälschung des Majorans. Die Versetzung des Majorans mit anderen Kräutern stehe nicht vereinzelt da. So werden z.B. Anis, Kümmel und Fenchel dadurch verfälscht, daß man vermittelst Pressung durch Siebe aus Erde ähnlich geformte Körper bilde und diese mit den Sämereien vermenge; ja diese kleinen Erdkörner kommen sogar als besondere Artikel unter dem Namen Schmondrak in den Handel, und deren Anfertigung bilde an einigen Orten den Gegenstand eines förmlichen Gewerbes. Die Verfälschung des Majoran, die bis jetzt nur durch unschädliche Kräuter geschehen und leicht erkennbar sey, wurde von den bei dieser Pflanze nicht seltenen Mißernten und der dadurch erfolgten Vertheuerung hervorgerufen und begünstigt, sie habe aber so überhand genommen, daß das ganze Product discreditirt und der Verbrauch desselben so verringert wurde, daß schon jetzt ein starker Rückgang in diesem Falschwaarenhandel bemerkbar sey. Obgleich man daher diese Verfälschung ohne Bedenken ihrem Schicksal überlassen könnte, so lasse sich doch dem im Princip das Wort nicht reden, und man müsse die von der Olmützer Handels- und Gewerbekammer beregte Maßregel zweckmäßig finden, welche dahin gehe, nur den Verkauf im Zustande als ganze Pflanze zuzulassen, da auf diese Weise jede fremdartige Beimengung unmöglich wäre. (Aus dem „Fortschritt“, 1856 Nr. 40.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: