Titel: Quantitative Bestimmung des Schwefels in Mineralwässern; von J. Maxwell Lyte.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1856, Band 142/Miszelle 2 (S. 315–316)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj142/mi142mi04_2

Quantitative Bestimmung des Schwefels in Mineralwässern; von J. Maxwell Lyte.

Das bisher gebräuchlich gewesene Verfahren zur Bestimmung des Schwefelgehalts der Mineralwässer (nämlich die Methode von Dupasquier, durch Anwendung einer titrirten Jodlösung) scheint mir große Fehler veranlassen zu können. Es wurde bereits nachgewiesen, daß die Auflösung des Jods in Alkohol sich nach und nach zersetzt, wobei sich Jodwasserstoffsäure bildet. Man schlug daher vor, das Jod in Jodkalium aufzulösen. Aber selbst bei diesem Verfahren bleibt noch eine große Schwierigkeit zu überwinden. Nicht selten enthalten nämlich die Quellen unterschwefligsaure Salze, welche durch Oxydation der Schwefelmetalle in Berührung mit Sauerstoff entstanden, oder durch andere Reactionen. Diese vorhandenen unterschwefligsauren Salze machen das Verfahren von Dupasquier sehr ungenau, weil |316| das Jod durch die Gegenwart der unterschwefligen Säure eben so wie durch den Schwefelwasserstoff in Jodwasserstoffsäure umgewandelt wird.

Das Verfahren welches ich vorschlage, besteht darin, den Schwefel als Schwefelsilber zu fällen, mittelst des Doppelsalzes von unterschwefligsaurem Silberoxyd und Natron, welches in einem Ueberschuß von unterschwefligsaurem Natron aufgelöst ist. Um dieses Reagens zu bereiten, löst man Chlorsilber in einer Auflösung von unterschwefligsaurem Natron auf; dasselbe conservirt sich sehr lange, besonders wenn es mit ein Paar Tropfen Ammoniak versetzt ist.

Man hat schon vorgeschlagen, das salpetersaure Silber, in einem großen Ueberschuß von Ammoniak aufgelöst, anzuwenden; aber in diesem Falle werden die Jodverbindungen gefällt, welche im Wasser enthalten seyn können, und wenn der Ueberschuß des Ammoniaks nicht groß genug ist, oder wenn das Wasser Kohlensäure enthält, so werden die Chloride und die Bromide ebenfalls gefällt; enthält das Wasser organische Substanzen, wie es fast stets der Fall ist, so werden sich auch diese niederschlagen, besonders in Berührung mit dem Licht oder der Wärme. (Comptes rendus, Oktober 1856, Nr. 16.)

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