Titel: Erfahrungen über das Klären der trüben und zähen Weine durch Traubenkerne; von Carl Pistorius.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1856, Band 142/Miszelle 11 (S. 397)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj142/mi142mi05_11

Erfahrungen über das Klären der trüben und zähen Weine durch Traubenkerne; von Carl Pistorius.

Der Anweisung, die Traubenkerne zum Klären der Weine zu benutzen, von Dr. Gall in Trier (siehe polytechn. Journal, 1853, Bd. CXXX S. 158) kann der Verfasser eine Erfahrung hinzufügen, die das von Gall empfohlene Verfahren vollkommen bestätigt. Ein Wein vom Jahre 1833 war im Jahre 1836 so trüb und zäh oder schwer, daß der Eigenthümer ihn wegschütten lassen wollte. Der Verf. bat sich diesen Wein aus und nahm nun Folgendes mit ihm vor: er ließ 2–3 Maaß des zähen Weines aus dem Fasse heraus, brachte ihn in eine Pfanne, schüttete 2 Pfd. Traubenkerne dazu und erwärmte den Wein langsam, doch nicht ganz bis zur Siedhitze, füllte ihn dann sammt den Kernen in einen Krug und ließ ihn noch 2 Tage lang darin an einem temperirten Orte stehen. Nach Verlauf dieser Zeit wurde der Wein abgegossen, wieder in das Faß zurückgebracht und tüchtig mit dem zähen Weine gemischt. Als der Verf. nach einem Vierteljahre wieder nach dem Weine sah, perlte er beim Herauslassen aus dem Fasse und war nicht nur glanzhell, sondern hatte auch den früheren Wohlgeschmack wieder. Er wurde nun abgelassen und in ein anderes Faß gebracht, hier blieb er gut und hell. Später benutzte der Verf., in Ermangelung von Traubenkernen, einmal Eichenrinde oder Gerberlohe, um einen schweren Wein, von übrigens geringer Beschaffenheit, wieder herzustellen. Er erreichte zwar auch damit seine Absicht vollkommen, jedoch bekam der Wein von der Eichenrinde einen kleinen Beigeschmack. (Gall's praktische Mittheilungen, Bd. I S. 353.)

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