Titel: Reinigung der Borsäure und des Borax; von Clouet in Paris.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1856, Band 142/Miszelle 6 (S. 395)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj142/mi142mi05_6

Reinigung der Borsäure und des Borax; von Clouet in Paris.

Die Borsäure wurde bisher stets durch wiederholte Waschungen oder Lösen und mehrmaliges Krystallisiren gereinigt; dieß Verfahren ist langwierig und kostenvoll. Das Mittel den Tinkal zu reinigen, bestand in Lösen und Filtriren durch Thon, was wegen der reichlich anhängenden Fettsubstanz ebenfalls schwer von statten ging. Die Borsäure des Handels enthält immer Ammoniaksalze, namentlich schwefelsaures Ammoniak, die selten im Voraus entfernt werden und Störungen in die Fabrication des Borax bringen, insofern als daraus Ammoniak frei wird, das die Gefäße angreift und die Arbeiter belästigt und sich Natronsulphat bildet. Nach folgenden beiden Verfahren wird das alles vermieden. Erstes Verfahren: 100 Theile Borsäure werden mit 5 Theilen Salpetersäure des Handels befeuchtet, gemengt, und einige Stunden in einem Gefäß stehen gelassen, dann in einem Kessel oder Tiegel calcinirt. Die Salpetersäure soll die organischen Stoffe verkohlen und das Calciniren die Ammoniaksalze zugleich zersetzen und verflüchtigen. Nach dieser Arbeit hat man nur noch, um Borax zu machen, nothwendig, die Säure mit Natron zusammen zu bringen und man gewinnt ein ganz reines Salz. Soll die Reinigung der Borsäure behufs der Boraxbereitung vorgenommen werden, so kann anstatt Salpetersäure Natronsalpeter genommen werden, wobei jedoch auf dessen Natrongehalt bei nachfolgender Sättigung mit Soda Rücksicht zu nehmen ist.

Die Reinigung des Tinkal nimmt Clouet vor durch Pulvern, Mengen mit 10 Proc. Natronsalpeter, Calciniren in einem gußeisernen Kessel, Auflösen, Filtriren und Krystallisiren, oder Adampfen auf 28° B., Einfüllen in Bleigefäße und Schütteln. – Das Uebrige der Mittheilung betrifft die Herstellung von Kaliboraten oder Doppelsalzen (Gemengen) von borsaurem Natron und Kali, und ist ohne neues; die Notiz, daß behufs der Emailbereitung ein solches Salzgemisch leichter schmelze als jedes der Salze allein, ist ebenfalls schon bekannt (Armengaud's Génie industriel, durch Schweizerische polytechn. Zeitschrift, Bd. I Heft 5.)

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