Titel: Messung der Geschwindigkeit eines Eisenbahnzuges mittelst Elektromagnetismus; von W. C. M'Rea.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1856, Band 142/Miszelle 2 (S. 448)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj142/mi142mi06_2

Messung der Geschwindigkeit eines Eisenbahnzuges mittelst Elektromagnetismus; von W. C. M'Rea.

Die Räder eines Wagens machen eine gewisse Anzahl von Umdrehungen, indem sie über einen bestimmten Straßenraum gehen; angenommen z.B. ein Wagenrad habe acht Fuß im Umfang, so wird es sich 660 Mal umdrehen indem es die Entfernung einer englischen Meile durchläuft. Wäre nun der Wagen so construirt, daß der Kasten immer in gleicher Entfernung von der Achse bliebe, was die ihm durch die Federn ertheilte Bewegung verhindert, so wäre es nicht schwierig, das Rad bei jedem Umgang so auf einen Hebel wirken zu lassen, daß dieser innerhalb des Wagens ein Rad in Drehung versetzt, welches so viele Zähne hat als das Wagenrad beim Durchlaufen einer englischen Meile Umgänge macht. Würde man in diesem Falle eine Reihe von Rädern wie bei einem Uhrwerk anwenden, so könnte das Indicatorrad auch eine Bruchzahl von Zähnen enthalten im Verhältniß zur Anzahl der Umgänge, welche das Wagenrad beim Durchlaufen einer gegebenen Entfernung macht.

Die Schwierigkeit, welche die unstäte Bewegung des Wagenkastens in Folge der Federn veranlaßt, läßt sich überwinden durch Anwendung eines Magnets, einer Batterie und eines galvanischen Stroms; letzterer muß bei jedem Umgang des Wagenrades unterbrochen werden. Hierbei wäre der Zweck des magnetischen Apparates, den Geschwindigkeits-Indicator um die Entfernung eines Zahnes zu bewegen.

Ein derartiger Apparat läßt sich so construiren, daß er für die Benutzung nicht aufgezogen zu werden braucht.

Die geeignetste Batterie für einen solchen Apparat ist die Sandbatterie; man muß dieselbe mit ganz reinem Sand herstellen (wie ihn die Glasfabrikanten anwenden); als Behälter desselben dient ein Porzellankasten, wie sie bei Grove's Batterie angewendet werden; die Kupfer- und Zinkplatten werden beiläufig einen Zoll von einander entfernt angebracht und der Sand wird dicht um dieselben herum eingedrückt. Das Zink muß amalgamirt und das Kupfer mit Smirgelpapier abgerieben werden, ehe man es in den Kasten stellt; der Sand wird dann gut mit Schwefelsäure befeuchtet, welche in dem für Batteriezwecke gebräuchlichen Verhältniß verdünnt ist. Einen stärkern Strom erhält man durch Anwendung von mehr Säure. Eine solche Batterie bleibt einige Wochen wirksam, wenn man jeden Tag ein wenig Säure zusetzt, in dem Verhältniß als die Stärke der zuerst hineingebrachten sich verminderte. Ein Eisenbahnzug kann eine Reihe solcher Tröge mitführen, wobei alle Schwierigkeiten vermieden werden, welche andere Batterien veranlassen würden. (Journal of the Franklin Institute, Oktober 1856, S. 217.)

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