Titel: Anwendung des Wasserglases zum Schlichten des Baumwollengarns.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1856, Band 142/Miszelle 5 (S. 449)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj142/mi142mi06_5

Anwendung des Wasserglases zum Schlichten des Baumwollengarns.

John Leigh in Manchester ließ sich am 7 April 1856 die Anwendung des Wasserglases zu diesem Zweck für England patentiren. Nach seiner Vorschrift soll man das von einer chemischen Fabrik bezogene feste Kali- oder Natron-Wasserglas in einem kupfernen oder reinen eisernen Kessel mittelst kochenden Wassers auflösen und die erhaltene Lösung mit so viel Chlornatron (Javellischer Lauge) versetzen, als erforderlich ist um die braune Farbe (das Sulfurid) zu zerstören und die Flüssigkeit farblos zu machen; während des Zusetzens des Chlornatrons muß sie rasch umgerührt werden. Hierauf gießt man Schwefelsäure, welche mit acht Theilen Wasser verdünnt ist, vorsichtig und langsam in solcher Menge in die Wasserglaslösung, daß alles in derselben etwa enthaltene freie Alkali neutralisirt wird, wobei man sie rasch umrührt, bis sich Flocken von Kieselerde abzuscheiden beginnen und in der Mischung schwimmen; dieser Säurezusatz ist bei einer sehr unbedeutenden Menge freien Alkalis nicht nothwendig.

Die so vorbereitete Lösung von Kali- oder Natron-Wasserglas gießt man in reine Kessel von Kupfer oder Eisen und concentrirt sie durch rasches Einkochen auf die erforderliche Stärke (für welche jedoch der Patentträger keinen Anhaltspunkt gibt); nach dem Erkalten wird sie in gläsernen Flaschen zur Verwendung aufbewahrt. Wenn es nöthig ist, sie für das Schlichten einer Garnsorte mit (destillirtem) Wasser zu verdünnen, so kann dieß in dem kupfernen oder eisernen Schlichttrog geschehen. Wie beim Schlichten mit Mehlkleister, kann man zugleich eine Quantität Talg oder Seife in diesen Trog geben. (London Journal of arts, December 1856, S. 348.)

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