Titel: Byssus,
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1856, Band 142/Miszelle 7 (S. 451)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj142/mi142mi06_7

Byssus,

die seidenartige Faser, womit einige Mollusken, namentlich die Steck- oder Seidenmuschel (Pinna nobilis) ihre Muscheln an den Klippen im Meere befestigen, wird in Sicilien und Calabrien zu Verfertigung dauerhafter Gewebe, Handschuhe und Strümpfe verwendet, und dient in neuester Zeit in Frankreich zur Mischung mit Schafwolle, Seide, Alpaka etc. für die Fabrication von Modestoffen. Es ist dasselbe Material, welches Aegypten und Indien unter den Namen Xylon und Gossypium den alten Römern und Griechen zur Verarbeitung für die sogenannten Sindones oder Sidones lieferte. Lange Zeit hat man den Byssus für feinen Flachs, und die daraus gewebten Zeuge für Leinwand gehalten. Erst die neuere Zeit verschaffte den richtigen Aufschluß. Bei einem Stück leichten blauen Tuches auf der Pariser Ausstellung war der Byssus mit Schafwolle gemischt versponnen, und die auf der Oberfläche des Gewebes zahlreich herausstehenden Spitzen dieser goldbraunen seidenartigen Faser verliehen dem Tuche bei seitwärts auffallendem Lichte einen eigenthümlichen Glanz, gleich als ob Goldstaub darüber gestreut wäre. Es war der Versuch der Verwendung dieses Stoffes für Tuch interessant, wenn auch nicht ganz neu. Das beschränkte Vorkommen des Byssus steht übrigens einer größern Ausdehnung des Verbrauchs entgegen. (Ebendort S. 37 u. 39.)

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