Titel: Ueber die Bereitung des Leinölfirnisses mittelst borsauren Manganoxyduls.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1856, Band 142/Miszelle 9 (S. 452)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj142/mi142mi06_9

Ueber die Bereitung des Leinölfirnisses mittelst borsauren Manganoxyduls.

Zur Bereitung des Leinöl-Firnisses leistet nach einer Mittheilung im bayerischen Kunst- und Gewerbeblatt, 1856 S. 315, ein Zusatz von freiem Manganoxyd oder Manganoxydhydrat dasselbe, wie das borsaure Salz. Man braucht nur das Oel mit etwa 1/8 Proc. Manganoxyd oder Oxydhydrat ganz kurze Zeit (etwa 1/4 Stunde) zu erwärmen. Die Erwärmung braucht dabei lange nicht den Siedepunkt zu erreichen, doch läßt sich der Temperaturgrad im allgemeinen nicht bestimmt angeben, da junges Oel einen weit höheren Siedepunkt hat als altes. Die siccative Beschaffenheit nimmt jedoch mit der Stärke der Erhitzung zu. Da indessen das Oel zugleich um so dunkler und dicker wird, je stärker es erhitzt wurde, so thut man im allgemeinen am besten, das Oel vom Feuer zu entfernen, sobald es sich aushellt und anfängt ganz schwach zu rauchen Anstriche davon werden nun in 24 Stunden fest. Um das Firnißöl von sehr blasser Farbe zu erhalten, muß man noch schwächer erhitzen. Freilich wird dadurch auch das Trocknen um mehrere Stunden verzögert, allein die Farbe des Oels ist dann kaum bemerkbar bräunlich geworden, während es sich im ersteren Falle immer kastanienbraun färbt.

Ein in der Farbe gar nicht verändertes, weingelbes Oel wurde erhalten durch Versetzen eines vierjährigen Leinöls, welches schon roh in drei Tagen trocknete, mit 1 Proc. Kalkhydrat ohne alles Erwärmen. Nach zweitägigem öfterem Umschütteln war ein Anstrich davon in 24 Stunden vollkommen fest. Dießjähriges Oel wurde jedoch selbst durch Kochen mit Kalk nicht siccativ.

Das Oel löst von der kleinen Menge Manganoxyd höchst wenig auf und der abgelagerte Satz läßt sich wiederholt zur Firnißbereitung benützen.

Mischt man präparirtes Oel mit seinem gleichen Gewichte rohen Oels, so erfordert es fast die doppelte Zeit zum Trocknen, mit der zweifachen Menge noch 20 Stunden länger und bei dreifachem Zusatz noch weitere 12 Stunden, doch nimmt die zum Festwerden des Anstriches erforderliche Zeit bei längerem Stehen der Mischung allmählich etwas ab.

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