Titel: Böttger, über die Bereitung eines carmoisinroth gefärbten Antimonzinnobers.
Autor: Böttger, Rudolph
Fundstelle: 1857, Band 144, Nr. XIX. (S. 65)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj144/ar144019

XIX. Bereitung eines schönen, carmoisinroth gefärbten Antimonzinnobers; von Prof. Böttger.

Aus dem polytechnischen Notizblatt, 1857, Nr. 6.

Man fügt in einer Porzellanschale zu 1 Gewichtstheil officinellen Chlorantimons von 1,35 spec. Gewicht, eine Auflösung von unterschwefligsaurem Natron (bestehend aus 1 1/2 Gewichtstheilen des Natronsalzes und 3 Gewichtstheilen Wasser), erhitzt langsam, unter fortwährendem Umrühren, bis aus der Flüssigkeit sich nichts mehr abscheiden will. Man erhält so eine Schwefelantimonverbindung von außerordentlich schön carmoisinrother Farbe, muß aber Sorge tragen, daß vor dem Aussüßen derselben auf dem Filter die anhängende Mutterlauge möglichst abtropfe, und der Zinnober dann nicht mit Wasser zusammengebracht werde, weil durch das in der Mutterlauge noch anwesende Chlorantimon leicht, in Folge der Bildung von Algarothpulver, eine Verunreinigung des Zinnobers stattfinden könnte. Man süßt daher das Präparat am vortheilhaftesten die ersten Male mit ganz verdünnter Essigsäure, und erst zuletzt mit Wasser aus.

Kocht man den Antimonzinnober mit einer Auflösung von kohlensaurem Natron, so verwandelt er sich in Kermes. Durch die Behandlung mit Essigsäure, Oxalsäure, Phosphorsäure, Ameisensäure, Borsäure, Citronensäure, Weinsäure, mit 8fach verdünnter Schwefelsäure, deßgleichen mit einer Auflösung von saurem oxalsaurem Kali und von unterschwefligsaurem Natron, wird er weder in der Kälte noch in der Wärme zersetzt, ja er scheint sogar bei der Behandlung mit den genannten Stoffen an Farbenintensität noch zu gewinnen; dagegen wird er von Salzsäure, deßgleichen von Salpetersäure von 1,2 spec. Gewicht mit Leichtigkeit zersetzt, ebenso in der Wärme von Chromsäure. Aetzammoniak löst ihn unvollständig auf, dagegen wird er in der Wärme von Kali- und Natronlösung mit Leichtigkeit vollständig gelöst, eine Flüssigkeit bildend, deren man sich in geeigneten Fällen zur Schwärzung von polirten kupfernen Gegenständen mit Vortheil wird bedienen können.

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