Titel: de Luca's Löthrohr mit ununterbrochenem Luftstrom.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1857, Band 144, Nr. XXXIII. (S. 123–125)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj144/ar144033

XXXIII. Löthrohr mit ununterbrochenem Luftstrom, von Hrn. S. de Luca.

Aus dem Bulletin de la Société d'Encouragement, Febr. 1857, S. 80.

Mit einer Abbildung auf Tab. II.

Bekanntlich besteht das gewöhnliche Löthrohr aus einer rechtwinklig gekrümmten und im Innern conischen Röhre; oder auch aus mehreren Theilen, d.h. aus einer langen conischen Röhre, deren weites Ende als Mundstück dient und deren enger Theil in einen cylindrischen Behälter ausmündet, welcher als Luftbehälter und zugleich als Condensator der Feuchtigkeit dient, die durch das Blasen in das Löthrohr gelangte. Auf einer Seite dieses Cylinders befindet sich ein Ansatz, in welchen man ein kleines Rohrstück steckt, welches dann rechtwinklig auf der langen Röhre steht, ebenfalls conisch ist und eine Platinspitze aufnimmt, die ein weiteres oder engeres Loch hat.

Bei der Benutzung des gewöhnlichen Löthrohrs muß man einen ununterbrochenen und regelmäßigen Luftstrom dadurch hervorzubringen suchen, daß man die in dem Munde befindliche Luft durch die alleinige Wirkung der Backenmuskeln ausdrückt, ohne daß dabei die Brust angestrengt wird. Um diese Luft in dem Munde zu erneuern, muß man nach und nach durch die Nase einathmen, was bei einiger Uebung leicht, aber nicht von jedermann ohne Beschwerlichkeit ausführbar, und, wenn die Operation lange dauert, fast unmöglich ist.

Um nun ein Instrument, welchem die chemische Analyse, so wie die Künste und Gewerbe so viel verdanken, jedermann zugänglich zu machen, |124| hat Hr. de Luca dasselbe so einzurichten gesucht, daß es einen ununterbrochenen Luftstrom liefert, ohne daß sich der Experimentator dadurch anstrengt oder eine längere Uebung erlangt zu haben braucht. Zu dem Ende brachte er zwischen der conischen Röhre und dem cylindrischen Recipienten eine Kugel von vulcanisirtem Kautschuk an, die im Innern mit einem Ventile versehen ist, welches am Ende der Einblasröhre sitzt und sich von Innen nach Außen verschließt, so daß durch jene Röhre nur Luft ein-, aber nicht aus derselben wieder ausströmen kann. Die Luft, welche sowohl durch das Einblasen als durch die Kautschukkugel, die ihr ursprüngliches Volum wieder zu erlangen sucht, zusammengedrückt wurde, entweicht regelmäßig und ununterbrochen durch die Löthrohrspitze, ohne daß ein fortwährendes Blasen erforderlich wäre, wie bei dem gewöhnlichen Löthrohr.

Man kann daher mit Hülfe dieses Apparates die Löthrohrflamme Stunden lang unterhalten, ohne Beschwerden für den Bläser und ohne daß der normale Gang der Respiration gehindert wird. Der cylindrische Behälter des gewöhnlichen Löthrohrs kann dabei wegfallen, indem er sich sehr vortheilhaft durch die Kautschukkugel ersetzen läßt, die zugleich als Luftbehälter und als Condensator der Feuchtigkeit dient.

Die Kautschukkugel, mit zwei Röhren versehen, kostet in Paris etwa 1 Franc.14) Das Ventil läßt sich von Handschuhleder oder einem sonstigen passenden Material leicht herstellen und am Ende des Mundstückrohres befestigen.

Fig. 24 ist eine Abbildung des Luftrohrs mit einem ununterbrochenen Luftstrom.

A ist das mit Mundstück versehene Rohr, durch welches die Luft in den Kautschukbehälter B eingeblasen wird.

An dem Punkte b, wo die Kautschukkugel B mittelst der Röhre f mit dem Mundstück A verbunden ist, wird das kleine Ventil angebracht, welches das Zurückströmen der Luft nach der Mündung verhindert.

B Behälter oder Kugel von Kautschuk, welcher die einzublasende Luft aufnimmt und mit dem eigentlichen Löthrohr X mittelst der Röhre f', welche wie die Röhre f ebenfalls aus Kautschuk besteht, verbunden ist.

I conisches Löthrohrstück mit der Spitze; es ist an dem Stativ P angebracht und kann mittelst der Schraube v an demselben höher oder niedriger gestellt, auch in verschiedenen Richtungen gedreht werden.

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M, M Bret, auf welchem das Stativ P befestigt ist.

H Röhre, im Innern mit einer Kerze oder einer Oellampe versehen; ersten wird mittelst einer Feder stets in gleicher Höhe erhalten.

A. Chevallier.

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Sie führt im Handel die Benennung pelote à tamponnement.

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