Titel: Anwendung von Leinsamenschleim als Verdickungsmittel beim Zeugdruck, nach A. D. Schratz, Chemiker in St. Denis.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1857, Band 144/Miszelle 3 (S. 77–78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj144/mi144mi01_3
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Anwendung von Leinsamenschleim als Verdickungsmittel beim Zeugdruck, nach A. D. Schratz, Chemiker in St. Denis.

Der Genannte empfiehlt die Benutzung des Leinsamenschleims als Verdickungsmittel beim Zeugdruck (insbesondere für Wollenstoffe) und hat darauf am 24. April 1856 in England ein Patent erhalten. Er theilt zwei Vorschriften zur Erzeugung von Farben auf Barège als Beispiele der Anwendung desselben mit, die wir indeß ihrer Unbestimmtheit wegen hier nicht wieder geben. Die Druckfarbe wird mit dem ganzen Leinsamen gekocht und nachher durchgesiebt; ein anderes Verdickungsmittel wird nicht zugesetzt. Der Leinsamenschleim darf mit einer sauren Mischung, so lange diese heiß ist, nicht zusammengebracht werden, wahrscheinlich weil er dadurch zu dünn gemacht wird. Die Anwendung des Leinsamenschleims gewahrt den Vortheil, daß die Druckfarbe wohlfeiler zu stehen kommt, als wenn man Gummi benutzt, daß die Farbe leicht zu drucken ist und beim Trocknen nicht spröde und rissig wird, wie es bei Gummi und Stärke der Fall seyn kann, und daß das Verdickungsmittel ganz farblos ist, während Dextrin immer eine gelbliche Farbe hat, weßhalb die mit Leinsamenschleim verdickten Farben auch recht rein und lebhaft werden. Für gewisse Farben, namentlich für Schwarz, wird zugleich Stärke angewendet. Der Leinsamenschleim kann auch für Tapetendruck angewendet werden. (Aus Repertory of Patent-Inventions, Januar 1857, durch polytechn. Centralblatt, 1857, S. 478.)

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