Titel: Verfahren, Pflanzen und Blumen mit Beibehaltung ihres natürlichen Ansehens zu trocknen und aufzubewahren; nach Réveil und Berjot.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1857, Band 144/Miszelle 7 (S. 160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj144/mi144mi02_7

Verfahren, Pflanzen und Blumen mit Beibehaltung ihres natürlichen Ansehens zu trocknen und aufzubewahren; nach Réveil und Berjot.

Man verschafft sich Sand von feinem und gleichmäßigem Korn und frei von staubförmigen Theilen, erhitzt denselben in einem Kessel mit rundem Boden unter Umrühren bis 150° Cels. und fügt dann auf je 25 Kilogr. Sand ein Gemenge von 20 Grm. Stearinsäure und 20 Grm. Wallrath hinzu. Man rührt die Mischung stark um und entfernt sie dann vom Feuer. Nachdem sie genügend erkaltet ist, reibt man sie zwischen den Händen, so daß jedes Sandkorn angemessen mit der fettigen Masse überzogen wird. Von dem so vorbereiteten Sande bringt man nun eine Schicht in einen Kasten, dessen Boden nach Art eines Schieberdeckels beweglich und wegnehmbar ist und welcher dicht über dem Boden ein grobes Drahtsieb enthält. Ueber der Lage von Sand, welche dieses Sieb vollständig bedecken muß, bringt man die Pflanzen an, indem man deren Blätter und Blumen in der ihnen zukommenden Lage mit ferner vorsichtig hinzugeschüttetem Sand umgibt, und mittelst des Sandes, der zuletzt die Pflanzen ganz bedecken muß, in ihrer Lage erhält. Man bedeckt den Kasten darauf mit Papier und bringt ihn in einen Raum, der auf + 40 bis 45° Cels. erwärmt ist, wo die Austrocknung rasch von statten geht. Wenn man sie für beendet hält, zieht man den Boden des Kastens langsam heraus, wobei der Sand aus dem Kasten herausfällt, die Pflanzen aber in der ihnen gegebenen Lage auf dem Siebe zurückbleiben. Man braucht nun nur die Blätter u.s.w. mit einem Dachspinsel abzustäuben oder auch nur gelinde gegen den unteren Theil des Stengels zu schlagen, um allen etwa anhängenden Sand zu entfernen Die weißen Blumen behalten bei diesem Verfahren ihr mattes Ansehen, die gelben und blauen ihre Farbe, die violetten und rothen werden etwas dunkler. (Aus Cosmos, durch polytechnisches Centralblatt, 1857, S. 79.)

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