Titel: Huraut's Verfahren, Guajakholz auf eine Beimischung fremder Hölzer zu prüfen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1857, Band 144/Miszelle 8 (S. 240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj144/mi144mi03_8

Huraut's Verfahren, Guajakholz auf eine Beimischung fremder Hölzer zu prüfen.

Ungeachtet des niedrigen Preises des Guajakholzes und vielleicht gerade wegen dieses geringen Preises ist es sehr schwierig, heut zu Tage dieses Holz im geraspelten Zustande ohne Beimengung, und besonders ohne beigemengte Buchsbaumholzspäne, zu bekommen. Obwohl dieses hinlänglich bekannt ist, hat man doch solche Verfälschung wegen Mangels eines schnell und leicht ausführbaren Verfahrens nicht sicher erkennen und verhindern können. Folgendes Verfahren von Apotheker Huraut in Paris, welches auf die Eigenschaft des Guajakharzes, unter Einfluß gewisser Stoffe sich schön blau zu färben, gegründet ist. ist demselben bei öfteren Versuchen jedesmal vollkommen gelungen. Derselbe wendet hierzu unterchlorigsaure Verbindungen (Javellische Lauge oder Chlorkalklösung) an, die eine augenblickliche Reaction zu Wege bringen.

Es wird dabei auf folgende Weise verfahren: Man nimmt 15 bis 20 Gramme (4 bis 5 Drachmen) Guajakholz, welches man prüfen will, und rührt es in so viel Chlorkalklösung, daß es davon ganz benetzt werde. Nach einigen Secunden Berührung hat alles Guajakholz eine grünliche Farbe angenommen, während fremde Hölzer, wie Buchsbaumholz u s. w., die ihnen eigenthümliche Farbe behalten. Läßt man hierauf die überschüssige Flüssigkeit ablaufen und breitet man das ganz feuchte Guajakholz auf einem Bogen Papier aus, so ist es leicht, auf einen einzigen Blick die Menge des beigemengten anderen Holzes annäherungsweise zu schätzen. Huraut hat auf solche Weise Guajakholz probirt, welches mehr als die Hälfte seines Gewichts fremder Stoffe beigemengt enthielt.

Dieses Verfahren bewirkt also augenblicklich dasselbe, was das Licht (der Sauerstoff) erst mit der Zeit am Guajakholz hervorbringt. (Aus Journ. de Pharm. et de Chim., durch neues Repert. f. Pharm. Bd. I S. 323.)

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