Titel: Ueber die Gewinnung von Schwefel aus Gyps; von Dr. Elsner.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1857, Band 144/Miszelle 4 (S. 317)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj144/mi144mi04_4

Ueber die Gewinnung von Schwefel aus Gyps; von Dr. Elsner.

Elsner hat auf die bekannte Weist durch Glühen von Gyps mit Kohle erhaltenes Schwefelcalcium, welches der Theorie nach 44 Proc. Schwefel enthalten soll, in einem zweckmäßig hierzu eingerichteten Glasapparat mit verdünnter Salzsäure behandelt und das Gas in schwefligsaures Wasser geleitet; der hierdurch erhaltene, in einem Porzellantiegelchen vorsichtig geschmolzene Schwefel betrug 34 Procent. Man würde demnach aus einem Centner Schwefelcalcium den dritten Theil, also etwa 36 Pfd. Schwefel gewinnen können, wobei freilich zu beachten ist, daß ein Theil angewendeter Gyps nur 1/2 Theil, also die Hälfte der Rechnung nach, Schwefelcalcium liefern würde. Es muß daher der Ausführung im großen Maaßstabe überlassen bleiben, ob diese Darstellung des Schwefels aus Gyps sich würde vortheilhaft und preiswürdig verwerthen lassen, da bekanntlich der gewöhnliche krystallisirte Gyps 19 Proc. Schwefel, der Anhydrit 23 Proc. Schwefel enthält, wogegen von den 54 Proc. Schwefel, welche im Schwefelkies enthalten sind, beim Rösten desselben zwei Fünftel gewonnen werden können, indem bekanntlich drei Fünftel des Schwefels in den sogenannten Schwefel-Abbränden zurückbleiben. – Der in den unermeßlichen Gypslagern, welche auf der Erde vorkommen, in der Verbindung mit Sauerstoff als Schwefelsäure vorhandene Schwefel läßt sich demnach zuerst als Schwefelwasserstoff ausscheiden und aus diesem der Schwefel in Substanz, indem das Schwefelwasserstoffgas durch schwefligsaures Gas zersetzt wird in Schwefel und Wasser. Das Schwefelwasserstoffgas kann durch Verbrennen in schweflige Säure verwandelt, zur Schwefelsäurefabrication, oder der aus dem Schwefelwasserstoffgase gewonnene Schwefel in Substanz zur Schießpulverfabrication oder zu anderen technischen Zwecken verwendet werden. Auf jeden Fall verdient die Ausscheidung des Schwefels aus dem Gyps oder Anhydrit die Ausführung eines Versuches in großem Maaßstabe. (Elsner's chemisch-technische Mittheilungen für 1854–1856, S. 187.)

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