Titel: Ueber das Färben des Wachses mit Bleiweiß; von Dr. Carl Lintner in Kaufbeuern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1857, Band 144/Miszelle 5 (S. 317–318)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj144/mi144mi04_5
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Ueber das Färben des Wachses mit Bleiweiß; von Dr. Carl Lintner in Kaufbeuern.

Die Wachsbildner versetzen das Wachs, um ihm eine, zur Darstellung von Kunstgegenständen, weißere Farbe zu geben, mit Bleiweiß. Dieses wird mit Terpenthinöl fein abgerieben und in das geschmolzene Wachs eingerührt Der Guß gelingt vollkommen, wenn er auf einmal geschehen kann und man nicht mehr Wachs färbte, als gerade zu dem Stücke nöthig war. Hat man aber mehr Wachs gefärbt, so tritt der Umstand ein, daß, wenn man dasselbe noch einmal zum Gusse erwärmt, es die weiße Farbe verliert und dickflüssig wird. Letztere Eigenschaft behält es auch bei, wenn man neue Portionen Bleiweißes zusetzt. Dieses Dickflüssigwerden der Mischung ist natürlich ein Hauptfehler und läßt sich selbst durch Anwendung des reinsten Bleiweißes nicht verhindern.

Von einem hiesigen sehr tüchtigen Wachsbildner deßhalb befragt, machte ich verschiedene Versuche, und fand, daß diese Erscheinung der basischen Zusammensetzung des käuflichen Bleiweißes zuzuschreiben ist, und durch neutrales kohlensaures Bleioxyd vermieden werden kann. Ich löste daher essigsaures Bleioxyd in destillirtem Wasser und versetzte es so lange mit einer Lösung von kohlensaurem Natron, als ein Niederschlag entstand. Derselbe wurde gesammelt, vollkommen mit destillirtem Wasser ausgewaschen und bei gelinder Wärme getrocknet. Dieses neutrale kohlensaure Bleioxyd wird nun bereits seit einem Jahre vom obigen Wachsbildner angewendet, und zwar mit dem besten Erfolge. (Kunst- und Gewerbeblatt für Bayern, 1857, S. 92.)

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