Titel: Analyse eines krystallinischen Kesselsteins.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1857, Band 144/Miszelle 3 (S. 389–390)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj144/mi144mi05_3
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Analyse eines krystallinischen Kesselsteins.

Hr. Dr. Baker Edwards in Liverpool hat für Hrn. Wye Williams den krystallinischen Niederschlag analysirt, welcher sich in einem Dampfkessel absetzte.

Dieser Kesselstein war sehr hart, hellbraun gefärbt und bestand aus mehreren Schichten kleiner Prismen; die innere (mit dem Wasser in Berührung stehende) Oberfläche war rauh und körnig; sein specifisches Gewicht war 2,82 bei 12°,4 R. Er enthielt:

schwefelsauren Kalk 78,00
Krystallwasser 14,00
schwefelsaure Magnesia 3,20
schwefelsaures Kali 1,60
Kieselerde 2,20
organische Substanz und Spuren von Chloriden 1,00
––––––
100,00.

Diese Analyse zeigt, daß der krystallinische Niederschlag hauptsächlich aus Prismen von halb-gewässertem schwefelsaurem Kalk besteht. Die übrigen Salze haben sich zwischen den Schichten desselben abgelagert.

Zur Bestimmung des Leitungsvermögens dieses Niederschlags diente ein Gefäß, dessen Boden, von einem halben Zoll Dicke, aus demselben bestand. Es ergab sich, daß die Wärme rasch durch das Material drang, und daß die höchste Temperatur, welche die äußere Oberfläche während andauernden Kochens erreichte, 92° R. betrug. Eine solche Temperatur kann die eisernen Kesselplatten nicht benachtheiligen und eine derartige Kruste ist daher ein genügender Wärmeleiter für den Dampfkessel. (Mechanics' Magazine, 1857, Nr. 1752.)

Johnston hat bekanntlich schon früher eine, aus halb-gewässertem schwefelsaurem Kalk bestehende graue körnige Masse untersucht, welche sich in einem Dampfkessel absetzte, der unter einem Druck von zwei Atmosphären arbeitete; ihr spec. Gewicht war 2,757 und sie zeigte unter dem Mikroskop kleine durchsichtige Säulen, durch kohlige Materie gefärbt. (Journal für praktische Chemie, Bd. XVI S. 100.)

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