Titel: Sanderson's Verfahren zum Feinen des Roheisens.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1857, Band 144/Miszelle 2 (S. 463–464)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj144/mi144mi06_2

Sanderson's Verfahren zum Feinen des Roheisens.

Bisher hat man dem flüssigen Roheisen mit großem Vortheil sauerstoffhaltige erdige oder alkalische Salze, gemengt mit Braunstein und Thon, zugeschlagen, um (nach der Erklärung des Processes von Fuchs, polytechn. Journal Bd. LXV., S. 201) durch das sich bildende Eisenoxyd die Oxydation der fremdartigen Bestandtheile (Silicium, Aluminium, Schwefel, Phosphor, Arsenik) zu bewirken, welche dann in die Schlacke gehen, worauf das Roheisen in einem viel reineren Zustande abgestochen werden kann.

C. Sanderson in Sheffield ließ sich zu diesem Zweck am 24. Novbr. 1855 die Anwendung des Eisenvitriols patentiren, welchen er als höchst wirksam vorzieht.

Das zu feinende Roheisen wird entweder in einem Flammofen umgeschmolzen, oder es wird sogleich aus dem Hohofenherde in den Ofen abgelassen. Das Feinen muß aber in einem Flammofen bewirkt werden, und der Eisenvitriol wird zugeschlagen, sobald die auf der Oberfläche des flüssigen Roheisens schwimmenden Schlacken abgezogen worden sind; zur bessern Vermischung rührt man das Eisen mit dem Vitriol um.

Die zum Feinen einer Tonne Roheisen erforderliche Menge von Eisenvitriol beträgt 20 bis 40 Pfund; halbirtem Frischroheisen schlägt man im flüssigen Zustande 20 Pfund Eisenvitriol zu; grauem Roheisen 40 Pfund; grauem Gießerei-Roheisen Nr. 1 noch mehr.

Man läßt den Eisenvitriol beiläufig eine Stunde lang auf das flüssige Roheisen einwirken; der Arbeiter erkennt das Ende des Processes an der Verdickung und dem |464| Teigigwerden des Eisens. Das gereinte Eisen kann dann abgelassen werden, während die Unreinigkeiten in der Schlacke mit ausfließen oder auf dem Ofenherde zurückbleiben. Ein solches Fein- oder Reineisen gibt beim Verpuddeln ein weit besseres Stabeisen. (Civil Engineer and Architect's Journal, Dec 1856, S. 421.)

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