Titel: Gibb's ausdehnbarer Bohrer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1857, Band 145, Nr. XLI. (S. 167–168)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj145/ar145041

XLI. Ausdehnbarer Bohrer, von L. H. Gibbs in New-York.

Aus dem Practical Mechanic's Journal, April 1857, S. 4.

Mit Abbildungen auf Tab. III.

Mit diesem Bohrer kann man Löcher von einem Durchmesser zwischen 1 bis 2 3/4 Zoll und, wenn man einen Theil desselben wegnimmt, auch Löcher von 3/4 Zoll bohren. Das Werkzeug besteht aus vier Theilen, von denen einer in Fig. 22 und 23 für sich dargestellt ist. Fig. 21 stellt das vollständige Werkzeug dar: A ist der Haupt- und B der erste Nebentheil. Der Theil A hat eine Nuth oder einen Schlitz und in demselben kann B jede beliebige Stellung nehmen. In A befindet sich eine Reihe von Löchern, welche zwei ablaufende Nägel C und D sehr dicht aufnehmen können. In B befinden sich drei Reihen solcher Löcher; indem man nun den Theil B in der Nuth anbringt und C durch eins von den entsprechenden Löchern steckt, wird das Einführen des Nagels D in ein anderes Loch der Reihen dem zu bohrenden Loch einen entsprechenden größeren Durchmesser geben. Wenn die ganze Reihe der Löcher E benutzt ist, so kann der Theil B keine andere Winkelstellung mehr annehmen; man muß alsdann beide Nägel herausnehmen, den Nagel C in ein neues Loch F stecken und kann nun die Reihe F benutzen, um Löcher von noch größerm Durchmesser zu bohren; auf dieselbe Weise kann dieß mit der Reihe G geschehen. Beide Theile A und B haben, wie man bei A', B' sieht, scharfe, dünne Ränder, so daß, wenn der Bohrer vorrückt, die Arbeit desselben eine doppelte ist. Der Theil A bohrt nämlich mit Hülfe der Schraube A'' und seines scharfen Randes A' ein glattes, gleichartiges, 3/4 Zoll weites Loch, und dient als Mittelpunkt, um welchen B das Holz in einem kreisrunden Raum wegschneidet und das Loch dadurch erweitert. Um jede erforderliche Weite zwischen den erwähnten Gränzen bohren zu können, wird der |168| Bohrer H eingeführt. Um diesen zu benutzen, muß man den Nagel D entfernen, den Theil B genau auf den erforderlichen Radius adjustiren und die Schraube H dann genau stellen. Die geschlitzte Gestalt von A und die Genauigkeit mit welcher B in diesen Theil paßt, gibt dem Angriff des Bohrers eine bedeutende Kraft; derselbe eignet sich für alle Arten von Holz und die Späne bilden bei der Arbeit durchaus kein Hinderniß. Obgleich noch keine Erfahrungen über schmälere Bohrer von derselben Einrichtung vorliegen, so läßt sich doch erwarten, daß sie eben so wirksam seyn werden als die weitern. Die Nägel C und D sind kegelförmig gestaltet, damit sie leichter befestigt werden können, und die Schneide B', welche einen Theil von B bildet, ist besonders geschmiedet und in einer Vertiefung befestigt, welche die punktirten Linien angeben.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Tafeln


Orte
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: