Titel: Macarthur's Apparat zum Kochen, Bleichen oder Waschen der zur Papierfabrication dienenden Faserstoffe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 147, Nr. LXXIII. (S. 260–262)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj147/ar147073

LXXIII. Apparat zum Kochen, Bleichen oder Waschen der zur Papierfabrication dienenden Faserstoffe, von Alexander Macarthur, Papierfabrikant zu Dalsham in der Grafschaft Dumbarton.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions, Octbr. 1857, S. 265.

Mit Abbildungen auf Tab. IV.

Fig. 7 stellt diesen Apparat in der Frontansicht, und zugleich einen Theil des äußeren Gehäuses im Verticaldurchschnitte dar.

Fig. 8 ist die Seitenansicht des Apparates, mit Verticaldurchschnitt des äußern Mantels.

Fig. 9 ist ein Verticaldurchschnitt des innern rotirenden Cylinders. In sämmtlichen Figuren dienen gleiche Buchstaben zur Bezeichnung der entsprechenden Theile.

Der Apparat besteht aus einem cylindrischen Behälter A, welcher innerhalb einer geschlossenen Kammer C durch eine Triebkraft um eine horizontale Welle B in Rotation gesetzt wird. Dieser Behälter, welcher aus zusammengenieteten eisernen Platten besteht, ist durch radiale Scheidewände D in vier Kammern D getheilt. Die zu bearbeitenden Materialien werden durch seitwärts angebrachte Thüren E in diese Kammern geworfen. Die Scheidewände D bestehen aus zwei nahe beieinander angeordneten Platten, welche einen Raum F zwischen sich lassen. Sämmtliche Zwischenräume F öffnen sich am Umfang des rotirenden Behälters |261| in den äußern Behälter C. Die eine Platte jeder Scheidewand ist durchlöchert, die andere nicht, so daß jede Kammer mit einem Zwischenraume F communicirt. Der Behälter A rotirt in der durch Pfeile angezeigten Richtung, nämlich so, daß die durchlöcherte Seite jeder Kammer an der aufsteigenden Seite sich unten befindet. Der äußere Behälter oder Mantel C wird ungefähr bis zur Höhe G mit heißem Wasser oder der sonstigen für den vorliegenden Zweck dienenden Flüssigkeit gefüllt.

Wenn nun der Behälter A rotirt, so nimmt jede Kammer mittelst ihrer durchlöcherten einen Seite eine Quantität dieser Flüssigkeit auf. Letztere mischt sich mit den in der Kammer befindlichen Materialien und fließt wieder aus der Kammer, so wie diese über das Niveau G sich erhebt. Die Materialien werden durch die Rotation des Behälters A mit herumgeführt und überstürzen sich auf der niedersteigenden Seite. Die Wirkung wird erhöht, wenn man den Behälter A auch nach der entgegengesetzten Richtung in Rotation setzt. Wenn der Behälter sich so dreht, daß die durchlöcherte Scheidewand D an der aufsteigenden Seite sich unten befindet, so läuft die Flüssigkeit oder der größere Theil derselben, sobald die Kammer über das Niveau G sich erhebt, heraus; ist jedoch die durchlöcherte Scheidewand an der aufsteigenden Seite oben, so wird die Flüssigkeit mit herumgenommen, und stürzt mit den Materialien auf der absteigenden Seite herab, wobei sie die Stärke des Falles bedeutend vermehrt. Die Rotation des Behälters A veranlaßt ein wechselndes Ein- und Ausströmen der Flüssigkeit, wodurch der Proceß des Waschens und Reinigens sehr befördert wird. Sand und Unreinigkeiten entweichen am Umfang des Behälters A aus den Zwischenräumen F und sinken auf den Boden des Behälters C. An den Boden des Behälters C schließt sich eine Röhre H, um die Flüssigkeit und den Absatz hinwegzuführen. Von dieser Röhre erstreckt sich ein Seitenarm J bis zur Höhe des Wasserstandes in C. Die Röhre H ist ferner mit einem Hahn I versehen, welcher geschlossen ist, ausgenommen wenn der Inhalt des Behälters C abgelassen werden soll. Ist der Hahn I geschlossen, und der Hahn K der Röhre J offen, so muß für die über das Niveau im Behälter sich erhebende Flüssigkeit eine entsprechende Portion, vom Boden anstatt von der Oberfläche aus, durch I abfließen. In den Behälter C mündet sich ferner unterhalb des rotirenden Behälters A und des Wasserniveau's eine mit einem Hahn versehene Röhre L, um Dampf in den Behälter zu leiten. Damit dieses in Gestalt zahlreicher Ströme geschehe, ist die Röhrenmündung siebartig durchlöchert.

Eine an der andern Seite des Behälters angebrachte Röhre M dient zur Herbeiführung der zum Bleichen oder Reinigen dienenden Flüssigkeit.

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Zu dem Ende ist die Röhre M mit einem Trichter N und einem Hahn versehen. An einer höher gelegenen Stelle des Behälters C ist eine Röhre O nebst Hahn angebracht zur Einführung von Chlorgas. Ein kleiner Probehahn P dient zur Untersuchung des Zustandes im Innern des Behälters. Q ist ein Sicherheitsventil gegen zu hohe Dampfspannung. Braucht man Dampf von höherem als atmosphärischem Drucke, so schließt man die Hähne I, K, O, P und den der Röhre M.

Bei der Papierfabrication ist es seither gebräuchlich gewesen, die Operationen des Kochens, Waschens und Bleichens in verschiedenen Behältern oder Apparaten vorzunehmen, während bei dem beschriebenen Apparat diese verschiedenen Proceduren hintereinander in einem einzigen Behälter vor sich gehen, was eine Ersparniß an Zeit und Kosten gewährt. – Patentirt in England am 10. December 1856.

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