Titel: Legros' Wasserschöpfmaschine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 147, Nr. XCV. (S. 327–328)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj147/ar147095

XCV. Wasserschöpfmaschine, von Legros in Reims.

Aus Armengaud's Génie industriel, November 1857, S. 230.

Mit Abbildungen auf Tab. VI.

Der hier zu beschreibende Mechanismus zur Bewegung der Archimedischen Schraube unterscheidet sich durch seine Einfachheit und leichte Anwendbarkeit von den bisher bei Wasserschöpf- oder Wasserhaltungsmaschinen gebräuchlich gewesenen.

Dieser Mechanismus, Fig. 3 und 4, besteht im Wesentlichen darin, am Kopf der Schraube eine der Quere nach gehende Welle anzubringen, die mit einem Winkelgetriebe versehen ist, welches in ein Rad an der Spindel der Schraube greift. Die Getriebewelle ist an dem entgegengesetzten Ende von dem Getriebe mit zwei Rollen, einer Leer- und einer Treibrolle versehen, was gestattet während des Ganges:

1) eine oder mehrere Schrauben auf einmal in oder außer Betrieb zu setzen, sey es wegen Reparaturen oder wegen Wassermangel;

2) mit den Arbeiten des Grundgrabens immer fortzufahren, während der Fuß der Schraube eine andere Stellung und die Schraube selbst verschiedene Neigungen annehmen kann, ohne daß dadurch der Betrieb gestört wird.

Fig. 3 ist eine Gesammtansicht des Wasserschöpfapparates und der ihn betreibenden Locomobile.

Fig. 4 ist ein Grundriß des Mechanismus am Kopfe der Schraube, nach einem größern Maaßstabe.

Dieser Mechanismus besteht, wie man sieht, bloß aus einer horizontalen Welle D, die mit einem Winkelgetriebe D', sowie mit der Treibrolle P und der Leerrolle P' versehen ist. Die Welle dreht sich in zwei Zapfenlagern E, welche auf einem hölzernen Geviere S am Kopf der Schraube V oder vielmehr des Gerüstes T befestigt sind, das die ganze Schraube trägt.

Dieses Gerüst ist auf Zapfen e, die an den Grundpfählen M befestigt sind, angebracht (Fig. 3), so daß man ihm mehr oder weniger Neigung geben kann, indem man es um die Zapfen dreht, wie die vollen und die punktirten Linien andeuten.

Der Boden f des Gerüstes ist mit einer Pfanne versehen, in welcher sich das untere Ende der Schraubenwelle dreht, während das obere, mit |328| dem Winkelrade R versehene, durch Lager, die an dem Geviere S befestigt sind, gehalten wird.

In Folge dieser Einrichtung ist jede Schraube von der andern unabhängig, da sie ihr besonderes Gerüst, ihre besonderen Stützpunkte und Bewegung hat, so daß man ihren Betrieb unterbrechen, ihre Neigung verändern und sie nöthigenfalls sogar versetzen kann, ohne den Gang der übrigen Schrauben zu stören, obgleich derselbe Motor und dieselbe liegende Welle C alle Schrauben betreibt.

Letztere Welle dreht sich in Zapfenlagern, welche auf dem hölzernen Gerüst B befestigt ist, und erhält ihre Bewegung unmittelbar von der locomobilen Dampfmaschine A mittelst des Laufriemens g und der Rollen a und b.

Die drehende Bewegung, welche die Welle erhält, wird auf jede einzelne Schraube übertragen mittelst der kleinen Trommeln F und der Laufriemen i.

In Folge dieser Bewegungsübertragung ist man, wie erwähnt, im Stande die Baugrube oder jede andere Vertiefung J während des Betriebes der Maschine zu graben, weil der Fuß f der Schraube (Fig. 3) seinen Stützpunkt verändern kann, da sich das ganze Gerüst um die Zapfen e an dem Pfahlwert M dreht, wobei es den Kreis xy beschreibt. Der Laufriemen 1 spannt sich dabei etwas, jedoch nicht der Art, daß er sich verlängern müßte. Diese Spannung hat sogar ihren Nutzen, weil die Belastung mit der Neigung, die von 20 bis 25° variiren kann, zunimmt.

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