Titel: Ueber das sogenannte Schmalzöl, aus Rapsöl bereitet, und auf gleiche Weise behandeltes Baumöl; von H. Ihlo.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 147/Miszelle 9 (S. 80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj147/mi147mi01_9

Ueber das sogenannte Schmalzöl, aus Rapsöl bereitet, und auf gleiche Weise behandeltes Baumöl; von H. Ihlo.

32 Thle. Rapsöl, in einem Porzellantiegel über der Spirituslampe (im Großen im Sandbade in einem verzinnten kupfernen Kessel) bis zum angehenden Sieden erhitzt, mit 1 Thl. fein gepulverter Kartoffelstärke versetzt (wobei das Schäumen und Steigen eintritt), dann im Sandbade weiter erhitzt, bis sich ein süßlicher Geruch zeigt, geben nach dem Erkalten, Absetzen und Filtriren ein klares, gelbliches, angenehm süßlich riechendes und schmeckendes Oel, welches bekanntlich unter dem Namen „Schmalzöl“ im Handel vorkommt und sich zur Anfertigung von Oleum odoratum etc. eignen dürfte. – Gelbes Baumöl, in der obigen Weise mit Kartoffelstärke behandelt, verliert den ranzigen Geruch und Geschmack vollständig und erhält einen dem Schmalzöle ähnlichen Geruch und Geschmack, so daß es in dieser Beziehung dem gewöhnlichen Provenceröle durchaus nicht nachsteht. Der Verlust bei der Operation beträgt circa 1/18, ist also nicht bedeutend. (Archiv der Pharmacie Bd. CXLII S. 35.)

Hr. C. Puscher in Nürnberg hat schon im Jahrgang 1855 des polytechn. Journals, Bd. CXXXVI S. 231, vorstehendes Verfahren zur Darstellung des in Hamburg und Leipzig fabricirten sogenannten Schmalzöls veröffentlicht, dabei auch die Bereitung der sogenannten Schmalzbutter angegeben.

Die Redact. d. p. J.

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