Dieses Projekt wird gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und präsentiert von der Sächsischen Landesbibliothek — Staats- und Universitätsbibliothek Dresden und der Humboldt-Universität zu Berlin.
Darstellung schleimiger Flüssigkeiten zum Appretiren der Gewebe; von Fr. Crace Calvert in Manchester.Wenn man die zu appretirenden Gewebe mit thierischem Leim oder Knochenleim steift, so ertheilt ihnen derselbe bekanntlich einen sehr unangenehmen Geruch und beim Aufbewahren solcher Zeuge in feuchten und warmen Localen kann der Leim in Fäulniß übergehen, wobei sich Schimmel bildet. Um beide nachtheilige Umstände zu vermeiden, ersetzt der Patentträger beim Steifen der Gewebe und des Papiers den thierischen Leim durch den Schleim, welcher im Flachs- und Hanfsamen enthalten ist, so wie im Flöhkrautsamen (von Plantago psyllium); auch wendet er zu diesem Zweck Pektinsäure an, aus Möhren, Pastinake oder Rüben dargestellt. Um die schleimige Substanz aus den erwähnten Samen darzustellen, versetzt man 100 Pfd. kochendes Wasser mit 20 Pfd. des Samens, und unterhält die Siedhitze beiläufig eine halbe Stunde lang; dann filtrirt man, um die festen Stoffe abzusondern. Um die Pektinsäure aus den erwähnten Wurzeln darzustellen, reibt man dieselben zu einem Brei, preßt aus demselben den Saft aus und wascht die Masse mit reinem Wasser vollständig aus; dann gibt man 50 Theile der gut ausgepreßten Masse in 300 Theile reines Wasser, zertheilt sie in demselben und setzt nach und nach beiläufig 1 Theil Potasche oder calcinirte Soda zu; das Ganze muß nun eine Viertelstunde lang gekocht und noch siedendheiß filtrirt werden. Hierauf neutralisirt man das angewendete kohlensaure Alkali durch sein Aequivalent Schwefelsäure oder Salzsäure, und der so erhaltene Schleim ist zur Anwendung fertig. – Patentirt in England am 20. Januar 1857. (London Journal of arts, Nov. 1857, S. 290.) |
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