Titel: Zur Verhinderung der Steinbildung in Dampfkesseln.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 147/Miszelle 3 (S. 234–236)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj147/mi147mi03_3

Zur Verhinderung der Steinbildung in Dampfkesseln.

Nicht allein daß durch einen irgend beträchtlichen Ansatz von Kesselstein der Verbrauch an Brennmaterial auf sehr kostspielige Weise gesteigert wird, leidet auch der Dampfkessel auf sehr gefährliche Art. So zahlreich die Mittel sind, welche zur Verhütung des Kesselsteins vorgeschlagen und oft übermäßig angepriesen worden |235| sind, so wenig haben dieselben eine sichere Wirkung auszuüben vermocht, was die stets noch vorkommenden Klagen über Kesselstein beweisen. Der Grund hiefür liegt einleuchtend darin, daß die Kesselsteinmittel gewöhnlich ohne Kenntniß der qualitativen und quantitativen Zusammensetzung des vorliegenden Speisewassers angewendet werden. Ein dritter Factor, die Menge des verbrauchten Wassers, bleibt meist ganz unberücksichtigt. Man begreift leicht, daß nur dann, wenn die Art der verunreinigenden Stoffe, die Menge, in welcher sie im Wasser enthalten sind, und die Menge des täglich verdampften Wassers genau bekannt sind, eine gründliche Abhülfe möglich ist.

Das unterzeichnete polytechnische Bureau 44) offerirt nunmehr seine Dienste in dieser Beziehung in der Art, daß es bei Befolgung der von ihm gegebenen Anordnungen eine gründliche Beseitigung des Kesselsteins garantirt.

Dazu ist nöthig: 1) die Zusendung einer Quantität von 20–30 Quart Speisewasser, zur Anstellung von Analysen und zu praktischen Verdampfungsversuchen; 2) die Angaben der Größe, der Construction und Feuerberührungsfläche des Kessels, oder besser der Menge des im regelmäßigen Betriebe täglich verdampften Wassers.

Diese läßt sich leicht auf die Art ermitteln, daß

  • a) die zum Speisen nöthige Zeit, d.h. die Zeit, während welcher die Speisepumpen täglich gegangen, in Minuten;
  • b) die Zahl der Kolbenhube per Minute;
  • c) der Durchmesser und Hub der Speisepumpe angegeben wird.

Die empfohlenen Reagentien können stets durch die HH. Fabrikanten selbst, und daher auf billigstem Wege bezogen werden, da Geheimnißkramerei nicht beabsichtigt wird.

Das Honorar für obige Bemühungen beträgt 20 Thlr. per Dampfkesseleinrichtung.

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Auch das zum Waschen, Bleichen und Färben benutzte Wasser wird in Beziehung auf seine Qualität vom polytechnischen Bureau untersucht.

Das polytechnische Bureau von
Dr. H. Schwarz in Breslau (Bahnhofstraße Nr. 7.)

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Mein polytechnisches Bureau erstreckt seine Wirksamkeit auf folgende Branchen:

  • 1) Die Anstellung von qualitativen und quantitativen chemischen Analysen jeglicher Art, von Rohproducten sowohl (Ackererde, Dünger, Thon, Kalkstein, Erze, Kohlen etc.) als auch von Fabricaten (Chemikalien, Farben und Droguen, Metallen, Legirungen, Zucker, Spiritus, Oel, Seife etc. etc.). Gestützt auf die Genauigkeit dieser Untersuchungen, für die mein Ruf Bürge ist, werden in streitigen Fällen gewissenhafte Gutachten und Zeugnisse ausgestellt.
  • 2) Die Errichtung neuer Fabriken, so wie die Einführung von Verbesserungen in schon bestehende, die Ausstattung der betreffenden Fabriklaboratorien, so wie die Anleitung zu den einschlagenden Analysen. Die Anlage rauchfreier Feuerungen, Mittel zur Verhütung von Kesselstein, die Einführung neuer Producte, neuer technischer Instrumente etc. gehören hierher.
  • 3) Die Verwerthung von Erfindungen und Entdeckungen, so wie die Vermittelung zur Erreichung von Patenten im In- und Auslande.
  • 4) Die Vermittelung des An- und Verkaufs von Fabriken, Grubenfeldern, Wasserkräften, kurz technischen Anlagen.

Ein längeres Studium der Chemie in den berühmtesten Laboratorien Deutschlands, von Liebig, Wöhler, Rose, in denen Frankreichs, von Pelouze und Payen, so wie die unausgesetzte Thätigkeit in dem meinigen, die frühere Leitung mehrerer großen technischen Etablissements, vielfältige Reisen in England, Frankreich, Belgien und den verschiedensten industriellen Gegenden Deutschlands, eine genaue Bekanntschaft mit der Technik überhaupt, die annähernd aus meinen Schriften (Maaßanalyse, Chemie und Industrie) ersehen werden kann, befähigen mich zu dem vorliegenden Zwecke. Ein gut eingerichtetes Laboratorium, in das auf Erfordern Personen, die sich in der technischen Analyse oder in speciellen technischen Fächern auszubilden wünschen, aufgenommen werden, steht mir zu Gebote. Die Verbindung mit ausgezeichneten Industriellen, Maschinenfabrikanten und Baumeistern ist seit langen Jahren angeknüpft, und auch das Wohlwollen der königlichen Behörden dürfte nicht fehlen. Alles dieß befähigt den Unterzeichneten, die in diesem Prospecte angegebenen Zwecke seines polytechnischen Bureau's zu realisiren. Dr. H. Schwarz.

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