Titel: Das neue Vorkommen größerer Massen gediegenen Silbers auf der Grube Himmelsfürst im Freiberger Revier; von August Breithaupt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 147/Miszelle 3 (S. 313–314)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj147/mi147mi04_3
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Das neue Vorkommen größerer Massen gediegenen Silbers auf der Grube Himmelsfürst im Freiberger Revier; von August Breithaupt.

Der Anbruch dieses Silbers wurde im Quartal Luciä 1857 auf dem August flachen Gange gemacht. Dieser Gang liegt im südlichsten Theile des Grubenfeldes, wurde vor nicht gar langer Zeit erst angefahren und überhaupt bekannt; sein Ausstrich ist noch nicht nachgewiesen, aber das Anfahren fand auf der siebenten Gezeugstrecke statt. Dem Anbruche gingen eine Druse etwa von der Größe zweier Fäuste mit Krystallen von Freieslebenit (Schilfglaserz) und einzelne kleine Stücke Uranpecherz voraus.

Das Silber füllt meist die Gangspalte aus und kommt deßhalb gewöhnlich in Platten vor, doch fand man es auch derb in unbestimmten Klumpenformen, welche selten wieder in zähnige und drahtförmige Gestalten auslaufen. Die meisten Stücke wogen von 3 bis zu 12 Pfund, die größte der vorgekommenen Platten wog 60 Pfd. und wiegt, nachdem man sie an den Rändern behauen und in die Form einer dünnen sehr großen Speckseite gebracht hat, noch 45 1/2 Pfd. Im Ganzen sind in der Zeit von 6 Wochen, in der Lange von 7 Lachtern und von der halben Höhe des Orts bis zur Sohle nahe an neunzehn Centner gewonnen worden, und in der Sohle stehen noch einige Zinken an.

Das Silber muß sehr rein seyn, denn ich fand das specifische Gewicht = 10,840, das höchste, welches mir bekannt ist.

An einigen größeren Stücken sah ich kleine Krystalle von Freieslebenit mit ansitzend Sonst erscheint nur noch Braunspath als Begleiter, welcher vielleicht der Tautoklin ist.

Es läßt sich zur Zeit noch nicht absehen, wie wichtig der an sich schon sehr werthvolle Fund für die Grube werden könne. Aber man darf doch vermuthen, daß der Gang, für welchen man eine so bedeutende Abbauhöhe hat, in derselben von Distanz zu Distanz wieder unter ähnlichen Umständen ähnliche Anbrüche darbieten werde. Und so dürfte Himmelsfürst, welche Grube bereits beiläufig seit 120 Jahren ohne Unterbrechung Ausbeute gegeben hat, für seinen künftigen Reichthum um so mehr Bürgschaft haben. Uebrigens hat man den Gang vom angefahrnen Punkte aus in der entgegengesetzten Richtung auszulängen begonnen und ihn hier ebenfalls reich, aus Bleiglanz, Rothgiltigerz, Glaserz und gediegen Silver bestehend, getroffen. (Berg- und hüttenmännische Zeitung, 1858, Nr. 5.)

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