Titel: Böttger, über das Schwarzfärben und Hochätzen des Zinks.
Autor: Böttger, Rudolph
Fundstelle: 1858, Band 148, Nr. LXXXV. (S. 368–369)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj148/ar148085

LXXXV. Ueber das Schwarzfärben und Hochätzen des Zinks; von Professor Böttger.

Aus dem Jahresbericht des physikalischen Vereins zu Frankfurt a. M. für 1856–1857.

Die von Dr. M. Pettenkofer 95) vor einiger Zeit gemachte interessante Beobachtung, der zufolge die sowohl mit der sogenannten Braconnot'schen Tinte (bekanntlich einer Auflösung von gleichen Gewichtstheilen krystallisirtem Grünspan und Salmiak in 10 Theilen Wasser), wie die mit anderen Kupfersalzlösungen auf Zink erzeugten schwarzen Schriftzüge, aus einer Art amorphem Messing oder einer Legirung von Kupfer und Zink bestehen, gab Veranlassung, zu untersuchen, ob, da Messing und ähnliche Zinkkupfer-Legirungen sich zu reinem Zink bekanntlich elektronegativ verhalten, es möglich seyn werde, dieses Verhalten zu benutzen, um derartige Schriftzüge durch theilweise Wegätzung ihrer Zinkumgebung im haut-relief hervortreten zu lassen. Mir ist dieß, nach Anstellung einer langen Reihe vergeblicher Versuche, endlich auf folgende Weise recht wohl gelungen.

Unter allen Compositionen zur Erzeugung recht intensiv schwarz erscheinender Schriftzüge auf Zink bin ich bei der nachfolgenden, als diesen Zweck am besten erfüllenden, stehen geblieben: Man löse nämlich 2 Gewichtstheile krystallisirtes salpetersaures Kupferoxyd und 3 Gewichtstheile krystallisirtes Kupferchlorid in 64 Gewichtstheilen destillirten Wassers auf und füge dieser Lösung dann noch 8 Gewichtstheile Salzsäure von 1,1 spec. Gewicht hinzu. Diese schwach bläulich gefärbte Flüssigkeit hat die Eigenschaft, ein mit verdünnter Salzsäure, unter Mitanwendung von etwas feinem Sand blank gescheuertes Zinkblech, bei dessen Eintauchen momentan intensiv sammetschwarz zu färben. Zieht man ein so behandeltes Zinkblech sogleich nach geschehener Eintauchung aus der Flüssigkeit wieder hervor, spült dasselbe behende und ohne allen Zeitverlust mit einer größeren Menge reinen Wassers ab, und läßt es hierauf trocknen, so sieht man den schwarzen Ueberzug sehr fest dem Zinke adhäriren, und liegt die Vermuthung nahe, es möchte die genannte Flüssigkeit vielleicht in manchen Fällen, als Anstreichfarbe für Zink, insbesondere für Zinkdächer, eine vortheilhafte Anwendung finden können.

|369|

Zum Hochätzen des Zinks bedarf es nichts weiter, als ein mit jener Flüssigkeit beschriebenes, nicht allzudünnes Blech, nach erfolgter Trocknung der Schriftzüge, in höchst verdünnte Salpetersäure (bestehend aus 1 Gewichtstheil Säure von 1,2 spec. Gewicht und 8 Gewichtstheilen Wasser), je nach Bedarf, 1 bis 3 Stunden einzulegen. Das zu den aus sogenanntem amorphem Messing bestehenden Schriftzügen sich elektropositiv verhaltende Zink wird hier nach und nach bis zu einer gewissen Tiefe aufgelöst oder weggeätzt, während die Schriftzüge auf dem Bleche fast in unveränderter Gestalt en relief stehen bleiben. Es würde mich freuen, wenn so behandelte Zinkplatten vielleicht für künstlerische oder sonstige industrielle Zwecke sich geeignet zeigen möchten.

|368|

Polytechn. Journal Bd. CXLII S. 420.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: