Titel: Die Telegraphenleitungen unter Wasser und unter der Erde im Königreiche der Niederlande.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 148/Miszelle 3 (S. 77–78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj148/mi148mi01_3
|78|

Die Telegraphenleitungen unter Wasser und unter der Erde im Königreiche der Niederlande.

A. Unter Wasser. Da viele Canäle und Flüsse im Königreiche der Niederlande von Schiffen mit feststehenden Masten befahren werden, war man gezwungen, die oberirdischen Leitungen abzubrechen und durch versenkte Kabeln zu ersetzen. Solcher Uebergänge existiren jetzt bereits 86, deren Längen von 17 bis 2700 Meter, zusammen 30,914 Meter betragen. Davon sind mit Kabeln von 6 Drahten 9802 Meter, mit 4 Drähten 5151 Meter, mit 1 Draht 15,943 Meter, mit eisernen Senkern 18 Meter hergestellt.

Die Kabel wird in der Regel 60 bis 80 Centimeter tief eingegraben und an beiden Seiten bis auf 10 bis 12 Meter fortgeführt, wo sie in einer hölzernen Säule endet, die durch einen aus drei Eisendrähten zusammengewundenen Strang, der mittelst eines Bolzens an einen Pfahl befestigt ist, gehalten wird. Eine Thüre gibt Gelegenheit, das Ende der Kabel bequem zu behandeln. Die Gutta-percha-Drähte aus deren Ende werden verlängert, durch Löcher von Porzellan-Isolatoren zum Eisendraht geführt und daran fest verlöthet.

B. Unter der Erde. Zur Verbindung von in der Mitte der Stadt gelegenen Stationen mit den Telegraphenleitungen werden Gutta-percha-Drähte benutzt, die durch gußeiserne Röhren gegen Beschädigung gesichert werden. Die Röhren haben 2 oder 3 Zoll englisch innere Weite, je nach der Zahl der Drähte, die nach dem Legen der Röhren durchgezogen werden muß. Von 60 zu 60 Meter Distanz ist ein gußeiserner Behälter vorhanden, wie diese bei Gasleitungen benutzt werden und welcher auf der Straße geöffnet werden kann. In diesem Behälter werden die Drähte zusammengelöthet, und die Löthstelle zum Schutze gegen das eindringende Wasser sorgfältig bekleidet. An manchen tief liegenden Orten stehen die Röhren stets voll Wasser, was die Gutta-percha sehr gut erhält und gegen eindringendes Gas ein sicheres Mittel bildet.

Die Röhrenleitungen haben zusammen eine Länge von 14,927,4 Meter.

In den Provinzen Nordbrabant und Drenthe sind keine Röhrenleitungen vorhanden. An zwei Stellen ist jedoch eine Probe mit Bleidraht gemacht zu einer Gesammtlänge von 1924 Meter. In sämmtlichen Kabeln und Röhrenleitungen ist eine Länge von 203,148,5 Meter Gutta-percha-Draht vorhanden. (Zeitschrift des deutsch-österreichischen Telegraphen-Vereins.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: