Titel: Preis-Aufgabe, betreffend die Erfindung minder gefährlicher Zündzeuge.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 148/Miszelle 1 (S. 155)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj148/mi148mi02_1

Preis-Aufgabe, betreffend die Erfindung minder gefährlicher Zündzeuge.

Der Vertrieb und Gebrauch der jetzt allgemein üblichen Phosphor-Streichzündzeuge ist erfahrungsmäßig mit erheblichen Gefahren für Gesundheit und Eigenthum der Menschen verbunden.

Die Direction des Gewerbevereins für das Königreich Hannover, von dem Wunsche geleitet, auf eine möglichste Verminderung dieser Gefahren hinzuwirken, setzt hiemit die goldene Vereins-Medaille und einen Preis von

Dreihundert Thaler in Courant

für denjenigen aus, welcher den nacherwähnten Anforderungen und Bedingungen genügen wird:

  • 1) Der wesentlichste Theil der Aufgabe besteht in der Erfindung von Zündzeugen, welche, ohne in Bequemlichkeit und Wohlfeilheit gegen die jetzt gebräuchlichen Phosphor-Streichzündzeuge erheblich zurückzustehen, dennoch – namentlich in den Händen unvorsichtiger Personen, besonders der Kinder – weniger feuergefährlich sind, als diese.
  • 2) Das bekannte, bei den s. g. Antiphosphor-Zündzeugen angewandte Mittel, den Zündapparat aus zwei getrennten, nur beim Zusammenbringen Feuer gebenden Theilen bestehen zu lassen, wird als der Bequemlichkeit zu sehr widersprechend, für preiswürdig nicht anerkannt werden.
  • 3) Der Gebrauch des gewöhnlichen Phosphors soll zwar nicht ausgeschlossen seyn. Jedoch würde bei übrigens gleicher Qualification demjenigen Zündzeug der Vorzug eingeräumt werden, welches keinen gewöhnlichen Phosphor enthält.
  • 4) Die zu erfindenden Zündzeuge müssen sich in jeder Beziehung, namentlich auch hinsichtlich des Preises, als zweckentsprechend und empfehlenswerth herausstellen.
  • 5) Preisbewerber haben bis zum

    1. Juli 1859

    das Erforderliche einzusenden. Es wird eine ausführliche Beschreibung des Verfahrens, die Beifügung von mindestens 10,000 Stück der erfundenen Zündpräparate und eine genaue Angabe über die Kosten der Herstellung verlangt.
  • 6) Das Eingesandte ist mit einem Motto zu versehen, und mit einem versiegelten, den Namen der Einsender enthaltenden, mit demselben Motto bezeichneten Couverte zu begleiten, welches nur nach zuerkanntem Preise geöffnet werden soll.

Die Direction wird die geschehenen Einsendungen durch eine auf Geheimhaltung zu verpflichtende Commission einer genauen Prüfung unterwerfen lassen und nach Maaßgabe des Berichts derselben über die Zuerkennung des Preises, bei etwa eintretender Concurrenz mehrerer, dem Obigen in ganz gleichem Maaße entsprechenden Erfindungen auch über die Theilung des Preises entscheiden.

Die Erfindung soll ohne Zustimmung des Erfinders nur dann veröffentlicht werden, wenn dieselbe innerhalb einer von der Direction zu bestimmenden geräumigen Frist nicht in Ausübung gesetzt, oder die Ausübung während längerer Zeit unterbrochen ist.

Hannover, den 9. April 1858.

Die Direction des Gewerbevereins für das Königreich Hannover.

v. Bülow. Karmarsch.

Ahlers. Angerstein. Bernstorff. Hausmann. Heeren. Kirchweger. Laves. Roese. Rühlmann. Niemeyer.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: