Titel: Bereitung eines sehr wirksamen Düngers.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 148/Miszelle 12 (S. 239–240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj148/mi148mi03_12
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Bereitung eines sehr wirksamen Düngers.

Die kaiserlich französische Ackerbaugesellschaft erhielt vor einiger Zeit von Hrn. de Bryas eine sehr interessante Mittheilung über einen neuen, äußerst wirksamen Dünger.

Auf seinem Gut zu Saint-Florent (Belgien) kam man auf den Gedanken, um die Kraft der Mistjauche zu verstärken, welche in einer Grube von 2000 Hektoliter Hohlraum enthalten ist, die in directer Verbindung mit einer zweiten Grube von 500 Hektolitern steht, in die erstere ein Dutzend todter Pferde. Ochsen und anderer Thiere zu werfen, welchen man einige Tausend Oelkuchen zusetzte.

Die Gesammtkosten beliefen sich auf ungefähr 600 Francs.

Diesen Ingredienzien setzte man noch einen halben Ballon concentrirte Schwefelsäure und 400 Kilogr. Eisenvitriol zu.

Dieses Gemenge, gehörig gerührt und zerstoßen, lieferte einen Dünger von solcher Kraft, daß man mit 300 Hektolitern eine Hektare düngen konnte, und eine ungewöhnliche Ernte an Wurzeln auf Feldern erhielt, welche seit drei Jahren nicht mehr gedüngt worden waren.

Mit der Jauche, welche früher zum Düngen einer Hektare erforderlich war, konnte man nach dieser Behandlung deren 8 bis 9 düngen, wobei die Ernten an Menge und Güte noch die mit dem besten Stalldünger erzielten übertrafen.

Insbesondere verdient erwähnt zu werden. daß die Gährung alle thierischen Substanzen so zersetzt hatte, daß man beim Leeren der Gruben keine Spur von denselben mehr fand. Die Knochen, die Haut, die haarigen Theile, und selbst das Horn der Pferde und der Ochsen waren gänzlich verzehrt, und bildeten eine feste Masse welche man an die Spitze der kräftigsten Dünger stellen kann.

Dieses Verfahren bereichert nicht nur die Landwirthschaft mit einem äußerst kräftigen neuen Dünger, sondern gestattet auch eine sehr vortheilhafte Verwendung mancher thierischen Ueberreste, welche bisher fast nicht zu verwerthen waren. (Armengaud's Génie industriel, April 1858, S. 213.)

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