Titel: Malereien auf grundirten Drahtgeweben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 148/Miszelle 2 (S. 234)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj148/mi148mi03_2

Malereien auf grundirten Drahtgeweben.

Die dermalen noch vorzugsweise übliche Frescomalerei hat bekanntlich so viele Schwierigkeiten und Unangenehmes, besonders, weil ihre Ausführung oft im ungünstigsten Lichte geschehen muß. daß selbst die tüchtigsten Künstler trachten, auf andern Wegen und mit andern Mitteln in solchen Fällen zum Ziele zu kommen.

Mauereinsätze aus Gypsplatten oder solche aus Metall sind hier und anderwärts bekannt und sowohl zur Enkaustik als auch zur Stereochromie verwendet worden. Sie haben aber theils Zerbrechlichkeit und Schwere, theils je nach dem Material und dessen schwieriger Beschaffung, Kostspieligkeit als nachtheilige oder beschränkende Eigenschaften zur Seite.

Dagegen können solche Mauereinsätze von grundirten Drahtgeweben in jeder Größe gleich Malerleinwand hergestellt werden, und sind viel stärker und dauerhafter, fast so leicht und biegsam und zu allem dem nicht viel theurer wie die Malerleinwand.

Sie eignen sich zur Aufnahme von Gemälden jeder Art, jedenfalls aber mit Vorzug zu Votiv- und Gedenkbildern in Kirchen und Kirchhöfen, für Gemälde an Außenseiten der Gebäude, zu Ueberzügen an feuchten Stellen auch in Tapetenform.

Da ein ganzer Gemäldecomplex in gewöhnlichen Arbeitslocalen vollendet werden kann, so fällt auch die oft so lästige Aufstellung von Gerüsten bis zu der Zeit des Einsetzens ganz weg. Diese Vortheile der Dauerhaftigkeit, der Bequemlichkeit und Billigkeit sind es daher, welche die Anwendung der grundirten Drahtgewebe nach eigener Ueberzeugung an derartigen von Hrn. Maler F. Osterried in München (Karlsstraße Nr. 29/0) hergestellten Wandmalereien höchst empfehlenswerth machen. K. (Bayerisches Kunst- und Gewerbeblatt, 1858 S. 186.)

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