Titel: Ueber die Flüchtigkeit des Goldes unter verschiedenen Umständen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 148/Miszelle 3 (S. 316)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj148/mi148mi04_3

Ueber die Flüchtigkeit des Goldes unter verschiedenen Umständen.

Es ist eine bekannte Thatsache, daß in sehr hohen Temperaturen das Gold flüchtig ist, aber man pflegt anzunehmen, daß dasselbe wenig über seinen Schmelzpunkt erhitzt, beständig sey. Dieß ist nach den Versuchen J. Napier's (Quart. Journal of the Chem. Loc. vol. X Nr. 39 p. 229) nicht der Fall. Vielmehr verflüchtigt sich das Gold ganz merklich, wenn es in Tiegeln bei gewöhnlichem Feuer geschmolzen wird, und noch weit mehr, wenn es mit Kupfer legirt ist. Der Verf. hat die Tiegel, in denen das Schmelzen geschah, mit Kapellen von Knochenasche überdeckt und diese waren stets mit einer Purpurfarbe überzogen. Man konnte in dem Ueberzug selbst mit der Loupe keine Goldkügelchen wahrnehmen, aber aus demselben ließ sich ein Körnchen ausschmelzen; es bleibt daher unentschieden, ob es bloß fein zertheiltes Metall gewesen oder irgend eine Verbindung.

Der Gewichtsverlust des Goldes, welches behufs seiner Reinigung zuvor mit Silber und Blei abgetrieben und dann durch die Quart geschieden war, belief sich auf 0,12–0,15 Proc. und war natürlich nicht gleichmäßig, je nach dem Unterschied der Zeit, während welcher geschmolzen wurde, und dem Schwanken in dem Hitzegrad. Wurde aber das Gold mit Kupfer vermischt und in der Muffel erhitzt, so betrug der Verlust an Gold bei eben ausreichender Schmelzhitze und 12 Proc. Kupferzusatz 0,234 Proc.; bei 10 Proc. Kupferzusatz und etwas stärkerer Hitze 0,210 und bei stärkster Hitze 0,80 Proc. Hält man über eine schmelzende Goldkupferlegirung, die eben zum Ausguß in die Form bereit ist, einen inwendig befeuchteten Glascylinder, so verdichtet sich in ihm ein Pulver, welches gegen 94 Proc. Gold enthält.

In Legirung mit Silber verliert das Gold beim Schmelzen nichts, im Gegentheil zeigte sich ein größerer Goldgehalt. Wenn aber die Legirung Silber, Kupfer und Gold enthält, so ist der Goldverlust nach dem Schmelzen sehr bemerklich. (Journal für praktische Chemie, 1858, Bd. LXXIII S. 376.)

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