Titel: Verfahren zum Reinigen des Paraffins mittelst Schwefelkohlenstoff.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 148/Miszelle 5 (S. 317)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj148/mi148mi04_5

Verfahren zum Reinigen des Paraffins mittelst Schwefelkohlenstoff.

Ein Verfahren zum Raffiniren des Paraffins mittelst Schwefelkohlenstoff (worin das Paraffin unauflöslich ist) ließ sich E. Alcan in London am 16. Septbr. 1857 als Mittheilung für England patentiren.

Man bringt in ein geschlossenes Gefäß, das mit Blei gefüttert und mit einer Rührvorrichtung versehen ist, eine Quantität rohes Paraffin, welches mittelst Dampf geschmolzen wird, den man durch ein im Gefäß angebrachtes Schlangenrohr leitet. Nachdem das Paraffin (bei 40 bis 43° C.) geschmolzen ist, setzt man den Schwefelkohlenstoff zu und mischt ihn mittelst der Rührvorrichtung dem Paraffin vollkommen bei: dann gießt man das erhaltene Gemisch in Formen; nach dem Erkalten wird es in Säcken mittelst der hydraulischen Presse stark ausgepreßt. Die erste Behandlung mit Schwefelkohlenstoff reicht bisweilen schon hin, um das Paraffin von seinem Gehalt an Pech und wesentlichen Oelen zu reinigen; meistens ist es aber nothwendig den Proceß zweimal, manchmal sogar ihn dreimal vorzunehmen. Für das erste Waschen des Paraffins sind 10 bis 25 Proc. Schwefelkohlenstoff, für jedes folgende Waschen 5 bis 15 Proc. erforderlich.

Die Flüssigkeiten, welche man beim Auspressen des Paraffins erhält, enthalten Pech und wesentliche Oele, in Schwefelkohlenstoff aufgelöst; man unterzieht dieselben der Destillation, um den Schwefelkohlenstoff davon abzusondern.

Wenn das Paraffin durch einmalige oder mehrmalige Behandlung mit Schwefelkohlenstoff hinreichend gebleicht ist, so schmilzt man es in einer Kufe mittelst gewöhnlichen oder überhitzten Dampfs, um ihm den Schwefelkohlenstoff, welchen es ungeachtet des starken Auspressens zurückhält, vollständig zu entziehen; nachdem alle Spuren desselben verjagt sind, muß man die Temperatur noch unterhalten, so daß das Paraffin in geschmolzenem Zustande bleibt, bis sich das condensirte Wasser und die verschiedenen anderen Unreinigkeiten aus demselben abgesetzt haben. Das Paraffin wird dann abgegossen und mit thierischer Kohle behandelt, hernach filtrirt, um es vollkommen rein zu erhalten. (Repertory of Patent-Inventions, Mai 1858, S. 413.)

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