Titel: Belehrung über den Anbau der Zuckermoorhirse.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 148/Miszelle 11 (S. 400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj148/mi148mi05_11

Belehrung über den Anbau der Zuckermoorhirse.

Der Boden, worauf die Zuckermoorhirse gebaut werden soll, muß leicht, warm und thätig, dabei tiefgründig und tiefgelockert seyn. Nässe im Boden verträgt sie nicht, die jungen Pflanzen vergilben und kümmern, gerade wie die jungen Maispflanzen, mit welchen die Zuckermoorhirse auch im Uebrigen am meisten Aehnlichkeit hat. Humusreicher und kalkhaltiger sandiger Lehmboden sagt ihr am meisten zu. Sie paßt nur in milde Gegenden, wo der Weinstock gedeiht, und auch hier reift der Same nur in den wärmsten Jahrgängen. Die Pflanze verlangt durchaus eine sehr starke Düngung, wenn ihr Anbau lohnen soll. Die Saat geschieht, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist. Man säet entweder in Reihen von 1 1/2 bis 2 Fuß Entfernung mit der Möhl'schen Handsäemaschine oder mit dem Säehorn oder man dippelt. Die in den Reihen zu dicht stehenden Pflanzen werden wie bei Mais und Runkeln verdünnt (verzogen) und verfüttert, so daß nur alle 3–5 Zoll eine Pflanze stehen bleibt. Je fetter der Boden, je wärmer das Klima ist, um so weiter stellt man die Pflanzen auseinander und um so weniger Samen braucht man. Der Saatbedarf wechselt daher von 5 Pfund bis fast zu einem Simri (28 Pfund).

Sobald die Pflanzen eine Hohe von einigen Zollen erlangt haben, muß gefelgt werden; je nach den Umständen wiederholt sich dieß im Laus des Sommers einoder mehrmals. Lockern des Bodens und Begüllen ist nöthig. wenn die Pflanzen zu vergilben anfangen, überhaupt begünstigt dieß das Wachsthum sehr.

Im October wird die Zuckermoorhirse grün verfüttert oder getrocknet, in Büschel gebunden und im Winter verfüttert. Rau. (Württembergisches Wochenblatt für Land- und Forstwirthschaft, 1858, Nr. 23.)

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