Titel: Das Kupferextraktionsverfahren der HHrn. Becchi und Haupt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 148/Miszelle 4 (S. 397–398)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj148/mi148mi05_4

Das Kupferextraktionsverfahren der HHrn. Becchi und Haupt.

Die Genannten veröffentlichen in der Berg- und hüttenmännischen Zeitung, 1858 Nr. 23, folgende

Erklärung.

Der vom Bergingenieur Hrn. G. Petitgand in diesen Blättern Nr. 11 und 12 d. Jahrganges aus der Revue universelle, Bd. II S. 219, und dem polytechn. Journal Bd. CXLVII S. 101 abgedruckte, unser Kupferextractionsverfahren besprechende Aufsatz, gibt eine ziemlich unvollkommene Beschreibung desselben.

Genannter Ingenieur besuchte unsere Werke zu einer Zeit, wo dieses Verfahren noch in seiner totalen Kindheit war, wo sich noch eine große Zahl von Mängeln, wie dieß bei jeder neuen Sache der Fall ist, entgegenstellten, Mängel und Unvollkommenheiten, die wir jetzt erst, durch zahlreiche Versuche und Erfahrungen unterstützt, zu vermeiden verstehen. So unerwünscht uns daher jene Beschreibung seyn mußte, so leid thut es uns, vor der Hand von einer Correctur dieses Aufsatzes absehen zu müssen, weil uns persönliche Verhältnisse dieß verbieten; allein wir behalten es uns vor, seiner Zeit eine detaillirte Beschreibung dieses Verfahrens in diesen Blättern namentlich zu dem Zwecke einrücken zu lassen, damit alle falschen Auslegungen dieses Processes vermieden werden!

Was die Theorie anlangt, so von Hrn. Petitgand angegriffen wird, so glauben wir vollkommen mit ihm übereinzustimmen und muß seine Aussage auf irgend einem Mißverständniß oder undeutlicher Ausdrucksweise von unserer Seite beruhen.

Massa Marittima in Toscana, 16. Mai 1858.

Constantin Haupt.
Emil Becchi.“

Der französische Bergingenieur E. Petitgand hat in der erwähnten schätzbaren Abhandlung eine den chemischen Thatsachen entsprechende Theorie des Kupferextractionsverfahrens der HHrn. Becchi und Haupt aufgestellt, mit welcher sich die Erfinder einverstanden erklären und ohne welche eine gehörige Ausführung und den Umständen angemessene Abänderung dieses Verfahrens offenbar nicht möglich ist; insbesondere hat er gezeigt, daß bei diesem Verfahren das geröstete Erz sämmtliches Kupfer als Oxyd enthalten muß, weil das darin als Schwefelkupfer enthaltene Metall unangegriffen in den Rückständen verbleibt.

Aus vorstehender Erklärung der HHrn. Becchi und Haupt geht im Wesentlichen nur hervor, daß dieselben seit dem Frühling 1857, wo Petitgand die Kupferhütte Capanne-vecchie unweit Massa Marittima besuchte, die technischen Details des Verfahrens vervollkommnet haben; in wie weit dadurch die Productionskosten des Kupfers vermindert wurden, geben sie nicht an. Auch sagen sie nicht, in welchem Betrage dadurch das Ausbringen an Kupfer gesteigert wurde) von Bedeutung kann diese Steigerung jedoch nicht seyn, da nach Petitgand im Frühling 1857 die sogenannten Oxychloride ein Ausbringen gewährten, welches neunzig Procent des ganzen, durch die chemische Analyse gefundenen Kupfergehalts des Erzes entsprach.

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Nachdem die HHrn. Becchi und Haupt „seiner Zeit“ die detaillirte Beschreibung ihres Verfahrens veröffentlicht,' haben, werden wir nicht ermangeln sie unseren Lesern mitzutheilen.

Die Redaktion des polytechnischen Journals.

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