Titel: Die Woulf'sche Flasche in ihrer neuesten Veränderung; mitgetheilt von Dr. Julius Löwe in Frankfurt a. M.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 148/Miszelle 5 (S. 398)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj148/mi148mi05_5

Die Woulf'sche Flasche in ihrer neuesten Veränderung; mitgetheilt von Dr. Julius Löwe in Frankfurt a. M.

In dem Jahresberichte für 1855–1856 des physikalischen Vereins dahier habe ich bereits Mittheilungen über eine neue und zweckmäßige Veränderung der Woulf'schen Flasche gegeben, welcher mein Artikel damals Aufnahme in diesem Journale (Bd. CXLIV. S. 347) gefunden hat. Hr. J. V. Albert Sohn dahier hat nun diese Flasche anfertigen lassen und ist dieselbe bei Genanntem zu beziehen. Statt, wie ich in oben citirter Mittheilung angab, die beiden Tubuli zu Röhren ausziehen zu lassen, welche Aenderung bei Anfertigung dieses Apparates Schwierigkeiten verursachte und demselben vielleicht selbst weniger Haltbarkeit verliehen hätte, habe ich für zweckmäßig gefunden in dessen Anfertigung die Abänderung zu treffen, die Tubuli durch luftdicht eingeschliffene Glasstopfer zu verschließen, durch deren Mitte eine eingeschmolzene knieförmig gebogene starke Glasröhre geht, von denen die eine bis nahe zum Boden der Flasche, die andere hingegen kurz unter dem den zweiten Tubulus verschließenden Glasstopfer endet. Durch Eintalgen läßt sich ein völlig luftdichter Verschluß der Glasstopfer mit Leichtigkeit erzielen. Hr. Albert wird Sorge tragen diesen Apparat in allen üblichen Größen anfertigen zu lassen und vorräthig zu halten, sowie einzelne derselben noch mit einem dritten Tubulus versehen zu lassen, welch' letzterer durch einen gut eingeschliffenen Glasstopfer oder durch eine Sicherheitsröhre von derselben Construction verschlossen werden kann. Die beiden durch die Glasstopfer gehenden Röhren sind etwas stark im Durchmesser und im Glase, und hinlänglich groß, um vor der Lampe ausgezogen zu werden, sobald es sich darum handelt diese Röhren mit anderen von kleinerem Kaliber mittelst schmaler Kautschukröhren in Vereinigung zu bringen. Diese ihre Stärke schützt sie besser vor dem Zerbrechen und gestattet eine leichte und bessere Reinigung derselben nach verschiedenem Gebrauche. Mit gleichem Erfolge möchte sich diese Abänderung für verschiedene Gasentbindungsflaschen u. dgl. in Zukunft verwenden lassen, und der Gebrauch der durchbohrten Korke, welche bei verschiedenen Gasen nur kurze Zeit einen Verschluß gewähren und durch aufspritzende Säuren so leicht zerfressen werden, gewiß zum Wunsche von Manchem zum Theile entbehrlich machen.

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