Titel: Grignon's neues System der Kratzen- oder Krempelzähne.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1858, Band 149, Nr. XLVIII. (S. 167–168)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj149/ar149048

XLVIII. Neues System der Kratzen- oder Krempelzähne, von dem Mechaniker Grignon zu Rouen.

Aus Armengaud's Génie industriel, April 1858, S. 219.

Mit Abbildungen auf Tab. III.

Die gewöhnlichen Zähne, welche zur Anfertigung der Krempel- oder Kratzenbänder dienen, werden bekanntlich aus Stahldraht angefertigt und erhalten die Form eines Rechtecks, woran jedoch eine der kurzen Seiten fehlt; die Winkel dieses Rechtecks sind mehr oder weniger spitzig. Diese Figur zeigen die Zähne von Vorn angesehen; von der Seite betrachtet, zeigen sie einen mehr oder weniger offenen stumpfen Winkel.

Diese allgemein angenommene Einrichtung der Krempelzähne hat jedoch hauptsächlich folgende Uebelstände:

1) Fehlt es ihnen an Elasticität, denn da der Kopf geradlinig ist, so sind es die mehr oder weniger abgerundeten Hakenbiegungen, welche federn.

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Man überzeugt sich leicht, daß die Zähne nicht rasch wieder in ihre vorige Lage zurückkehren, wenn man mit der Hand über ein Kratzenband fährt.

2) Werden diese Kratzenbänder bald unbrauchbar, denn wenn ein Zahn auf denselben während des Krempelns oder des Reinigens zerbricht, so biegt sich der andere dazu gehörige Zahn um, oder bricht ab. Dieß ist um so häufiger der Fall, da es bei Anfertigung der Kratzenzähne sehr schwer hält, regelmäßig gebogene Ecken zu erhalten, daher der eine Schenkel natürlich leichter abgenutzt wird als der andere.

3) Haben die Zähne das Bestreben aus dem Lederblatt oder Bande herauszugehen, besonders wenn die durchgestochenen Löcher etwas zu groß sind und das Leder selbst weich ist.

Diese Uebelstände vermeidet man durch die von Grignon angenommene Form der Zähne, welche in Fig. 22 dargestellt ist.

Fig. 21 ist eine vordere Ansicht des alten doppelten Zahns von rechteckiger Gestalt.

Fig. 22 ist eine vordere Ansicht des Grignon'schen Zahns.

Fig. 23 ist die Seitenansicht des alten und des neuen Zahns.

Bezüglich des neuen Zahns ersieht man aus Fig. 22, daß die kurze Seite des Rechtecks bcb' bei c eine Einbiegung hat, welche in eine Vertiefung, die zu dem Ende in dem Lederbande angebracht ist, zu liegen kommt. Diese Vertiefung wird schon beim Durchstechen der Löcher zur Aufnahme der Zahnspitzen a, a' hergestellt.

Die neuen Kratzenzähne behalten ihre ganze Elasticität und Festigkeit in den abgerundeten Theilen b und b'. Zerbricht eine der Spitzen a und a' bei dem Krempeln, so hat man nicht zu befürchten, daß die andere sich umlegt und unbrauchbar wird.

Man kann diese neue Art von Zähnen natürlich bei allen Arten von Krempeln anbringen, sie mögen für Baumwolle, Seide, Flachs oder Wolle angewendet werden, und die Form der Bänder mag seyn welche sie wolle.

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